Login
distrikt_ch@gmx.ch
Tel. 071 866 14 24
Brot für die Menschen
In jener Zeit ging Jesus an das andere Ufer des Sees von Galiläa, der auch See von Tibérias heißt. Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen sahen, die er an den Kranken tat. Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngern nieder. Das Pascha, das Fest der Juden, war nahe. Als Jesus aufblickte und sah, dass so viele Menschen zu ihm kamen, fragte er Philíppus: Wo sollen wir Brot kaufen, damit diese Leute zu essen haben? Das sagte er aber nur, um ihn auf die Probe zu stellen; denn er selbst wusste, was er tun wollte. Philíppus antwortete ihm: Brot für zweihundert Denáre reicht nicht aus, wenn jeder von ihnen auch nur ein kleines Stück bekommen soll. Einer seiner Jünger, Andreas, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm: Hier ist ein kleiner Junge, der hat fünf Gerstenbrote und zwei Fische; doch was ist das für so viele? Jesus sagte: Lasst die Leute sich setzen! Es gab dort nämlich viel Gras. Da setzten sie sich; es waren etwa fünftausend Männer. Dann nahm Jesus die Brote, sprach das Dankgebet und teilte an die Leute aus, so viel sie wollten; ebenso machte er es mit den Fischen. Als die Menge satt geworden war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken damit nichts verdirbt! Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Brocken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren. Als die Menschen das Zeichen sahen, das er getan hatte, sagten sie: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommen soll. Da erkannte Jesus, dass sie kommen würden, um ihn in ihre Gewalt zu bringen und zum König zu machen. Daher zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein (Joh 6, 1-15).
Gebet
Herr Jesus Christus, ich komme nun zu dir. Du bist ja offen für jedermann. Du hast Zeit auch für mich. Ich habe Hunger… Ich habe zwar mehr als genug zu essen, aber nichts kann mich wirklich sättigen… Ja, ich habe Hunger… nach Freude und Liebe, nach Freundschaft und Gemeinschaft. Ich habe Hunger nach dir, nach dem lebendigen Gott. Nur du, Jesus, vermagst diesen meinen Hunger zu stillen. Schenke mir deinen Geist, dass ich das Brot erkennen kann, das meinen Hunger stillt, dass ich mich mit deinem lebendigen Brot sättigen kann, das jede Erwartung übersteigt. Komm Heiliger Geist auf mich herab und durchglühe mich heute neu…
Persönliche Lektüre
Jesus du bist da, ich freue mich über deine Gegenwart. Jesus, du bist da für mich. Du tust große Zeichen und verkündest dein Wort. Ich schaue hin und höre dir aufmerksam zu. Ich lasse mich von deinem Wort und von deinem Tun ansprechen. Ich lasse mir nichts entgehen… Ich verweile bei den Worten oder Tatsachen, die mein Herz berühren… Ich nehme mir Zeit dafür. Ich werde still…
Gedanken zur Betrachtung
Jesu kennt die Menschen. Er weiß um ihre Bedürfnisse und Sehnsüchte. Er weiß, dass die Menschen nach dem täglichen Brot hungern. Darum hat er uns gelehrt, den himmlischen Vater um das tägliche Brot zu bitten. Er weiß genau, dass sie nicht nur das lebendige Wort brauchen, sondern auch das tägliche Brot. Mehr noch, er will den Menschen das täglich Brot geben. Darum fragt er Philippus, wo dieses Brot zu kaufen wäre. Er macht ihm und seinen Jüngern bewusst, dass sie dabei gefragt sind, den Menschen das tägliche Brot zu geben. Evangelisieren heißt dem ganzen Menschen das Heil anzubieten. Als Jesus die Tochter von Jaïrus von den Toten auferweckte, befahl er, ihr zu essen zu geben.
Nehme ich alle Bedürfnisse der Mitmenschen wahr? Was tue ich für das leibliche Wohl der Mitmenschen? Bin ich bereit, nicht nur um das tägliche Brot für alle zu beten, sondern auch es konkret mit den Mitmenschen zu teilen? Bin ich Gott, dem Vater für das tägliche Brot dankbar? Segne ich es, bevor ich es esse?
Philippus und Andreas machen sich dessen bewusst, dass sie etwas tun müssen. Sie schauen zwar auf ihre Möglichkeiten (zweihundert Denare, fünf Gerstenbrote und zwei Fische), finden aber gleich eine Rechtfertigung, dass diese für so viele Menschen nicht ausreichend seien. Jesus ist aber anderer Meinung. Er nimmt die fünf Brote und die zwei Fische in seine Hände, spricht das Dankgebet und teilt sie an die Leute aus. Alle fünftausend Männer und ihre Familien werden satt und es bleiben zwölf Körbe mit den übrig gebliebenen Brotstücken. Kaum zu glauben, und doch wahr! Dort, wo der Mensch bereit ist zu teilen, geschehen Wunder. Die Menschen werden satt und bilden eine neue Familie, in der Freud und Leid geteilt werden.
Welche Möglichkeiten habe ich, das Brot und die Gemeinschaft mit den anderen zu teilen? Tue ich das gern? Wo vertraue ich der Kraft Jesu mehr als all meinen Möglichkeiten? Wo habe ich das Wunder des Teilens erlebt? Wie gehe ich mit den übrig gebliebenen Brotstücken um?
Wie gesagt sorgt Jesus für den ganzen Menschen. Mit der Brotvermehrung setzt er ein Zeichen, dass der Mensch auch Hunger nach Liebe verspürt. Er selbst wird sich zum Brot des Lebens machen, um unseren inneren Hunger zu stillen. Darum lässt er sich nicht zum politischen König erklären. Er will zum König unserer Herzen werden. In Tabgha am See Genezareth steht die Brotverehrungskirche. Vor dem kleinen Hauptaltar gibt es auf dem Boden ein kleines Mosaik, welches an das Wunder Jesu erinnert. Es gibt aber nur vier Brote im Korb und dazu zwei Fische. Das fünfte Brot ist Jesus selbst auf dem Altar. Er verschenkt sich an uns alle und lädt uns dazu ein, selbst zum Brot füreinander zu werden. Nur wer von diesem seinem Brot isst, kann den Hunger des Herzens stillen und selbst zum Brot für die anderen werden.
Sorge ich für mein Herz und seinen Hunger? Womit versuche ich es zu stillen? Glaube ich an die Gegenwart Jesu in der Heiligen Kommunion? Ist er selbst das Brot für mein Leben? Spüre ich seine Liebe, seine verwandelnde Kraft in mir? Bin ich ein gutes, frisches, knuspriges Brot für die Anderen?
Lobpreis
Immer mehr von dir, immer mehr,
immer mehr sein wie du, immer mehr.
Immer mehr deine Worte verstehen,
deine Werke tun,
oh Herr, immer mehr.
Du bist ein Gott, der seine Kinder liebt,
der als ein Vater ihr Verlangen sieht.
Niemand und nichts kommt dir jemals gleich,
oh Herr.
Du zeigst dich uns als ewig treuer Freund
und weißt genau wie unser Herz es meint.
Gib uns mehr von dir, immer mehr
Vorsatz
Ich bin für jedes Stück Brot dankbar und teile es in Liebe mit den anderen.
Bei Jesus auftanken…
In jener Zeit versammelten sich die Apostel, die Jesus ausgesandt hatte, wieder bei ihm und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus! Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange (Mk 6, 30-34).
Gebet
Herr Jesus Christus, ich komme zu dir. Du hast mich gerufen, bei dir zu bleiben und mit dir zu leben. So kehre ich zu dir, zur Quelle meines Lebens, zurück. Danke, dass ich zu dir kommen darf. Danke, dass du immer auf mich wartest. Danke, dass du immer ein offenes Herz und offene Arme für mich hast. So falle ich in deine Arme wie ein Kind. Mehr brauche ich nicht. An deinem Herzen bin ich geborgen. An deinem Herzen kann ich mich ausruhen und bestens erholen. Sende mir nun deinen Heiligen Geist, dass ich auf den Pulsschlag und auf die Wünsche deines Herzens hören kann. Er selbst helfe mir, deinen Willen zu tun. In ihm finde ich Ruhe…
Persönliche Lektüre
Ich freue mich Jesus, über deine Nähe! Du bist bei mir. Du sprichst leise dein mächtiges und schöpferisches Wort aus. Ich vernehme dieses Wort mit meinen Ohren und mit meinem Herzen. Ich lasse mich von dir ansprechen. Dein Wort sei mir Licht und Stärke für jeden Tag. Ich verweile bei den Worten oder Sätzen, die mich berühren… Ich nehme mir Zeit dafür. Ich werde still…
Gedanken zur Betrachtung
Wie erfülle ich die Sendung Jesu? Lebe ich sein Evangelium? Setze ich mich für die Sache Jesu ein? Verlange ich danach, den Menschen Gutes zu tun und ihnen die Rettung Gottes anzubieten? Was tue ich dafür? Glaube ich der Kraft Jesu? Wie oft berichte ich Jesus über sein Wirken an mir und durch mich? Freue ich mich darüber? Was habe ich heute Gutes getan?
Jesus nimmt die Apostel in Schutz. Er will sie ausruhen lassen. Er bietet ihnen eine Auszeit mit ihm an einem einsamen Ort an. Er weiss genau, dass sie Erholung brauchen, um einem geistigen oder körperlichen Burnout nicht zu verfallen. Diese Auszeit sollen sie mit ihm verbringen. Er ist die Quelle, aus der sie immer schöpfen können. Er ist der beste Berater, der sie den Umgang mit dem Erfolg und Misserfolg lehren kann. Seine Gegenwart, die Anbetung des Herrn ist die intensivste und beste Erholung, die jeder Mensch nötig hat. Wichtig ist dabei, alles andere beiseite zu lassen, um mit dem Herrn allein zu sein und an seinem Herzen ausruhen zu können. Diese Erfahrung der liebenden Nähe Jesus kann nichts ersetzen.
Wer ist Jesus für mich? Vertraue ich ihm ganz und gar? Glaube ich daran, dass er es immer gut mit mir meint? Habe ich Zeit, einfach mit ihm zu sein? Ruhe ich in seiner Gegenwart aus? Ist er die Quelle meines Lebens? Liebe ich ihn von ganzem Herzen?
Unglaublich ist das Verhalten Jesu. Er sorgt für die Erholung seiner Jünger. Er selber aber hat Mitleid mit den Menschen, die seine Nähe und Hilfe suchen. Er nimmt sich ihrer an und lehrt sie lange. Interessanterweise verlangt er dies nicht von seinen Aposteln. Er stellt sich in den Dienst an den Mitmenschen, geleitet von seinem Mitleid, von den tiefsten Regungen seines Herzens. Er leidet tatsächlich mit. Darum stellt er seine Müdigkeit zurück, um wiederum für die anderen da zu sein! Dies ist auch eine Einladung an all seine Nachfolger, an uns alle.
Wie begegne ich den Menschen, die meine Pläne durchkreuzen? Habe ich (ein) echtes Mitleid mit ihnen? Stelle ich meine Wünsche zurück, um für den anderen, für Jesus selbst da zu sein? Gehe ich mit einem guten Beispiel voran, oder warte ich bis die Anderen etwas tun?
Lobpreis
Durchflute mein Herz – durchflute mein Herz
Geist Gottes, durchflute mein Herz.
In Dir hab ich Ruh, mein alles bist Du,
Geist Gottes durchflute mein Herz.
Vorsatz
Jeden Abend ruhe ich bei Jesus aus und danke ihm für die Wunder des Lebens, die er an mir und durch mich wirkt.
Unter diesem Motto haben wir unsere jährliche Wallfahrt nach La Salette vom 10. bis 14. Juli 2024 durchgeführt. Rund 40 Personen haben daran teilgenommen, um das Geschenk der Wandung entgegenzunehmen. Wir haben diese Zeit der Gnade auf dem Heiligen Berg genutzt, um umzukehren und zu beginnen im Lichte Gottes zu wandeln.

Wir haben uns bewusst gemacht, dass das Wort Gottes ein täglicher Spiegel für die persönliche Wandlung ist, die auf besondere Weise in der Feier der Eucharistie geschieht. Wir erinnerten uns daran, dass das Gebet, ein besonderer Ort der Wandlung ist, und dass die Betrachtung der Schöpfung uns verwandeln kann. Wir erzählten einender von verschiedenen Wandlungen, die wir selber im Laufe der Jahre erfahren durften. In der familiären Gemeinschaft verbrachten wir in La Salette drei wunderbare Tage, die unser Leben geprägt und gewandelt haben.

Zwei Zeugnisse:
«Nach La Salette kam ich mit vielen Sorgen und Problemen und mit Angst um meine Katzen, die zu Hause geblieben sind. Durch die Vorträge, Gespräche und Beichte habe ich eine neue Sicherheit bekommen, dass der Herr mir Kraft gibt alles durchzustehen. Ich konnte auch meine Angst und Scham überwinden, indem ich mich zum Vorbeten des Rosenkranzes meldete. Am Anfang hat mich dies viel Überwindung und Nerven gekostet, dann aber beruhigte ich mich und fühlte mich gut dabei. Der Herr hat in mir gesiegt und meine Angst gewandelt.»

«Ich habe nicht geplant nach La Salette zu gehen und doch war ich dabei. Ich habe Sehnsucht nach Maria gehabt und alle Widrigkeiten wurden überwunden. Selbst die Anreise war vollen Probleme, für die es aber immer eine Lösung gab. Ich habe dadurch Vertrauen gelernt. In La Salette, im Hause der Mutter, war ich voller Freude. Ich freute mich darüber, dass ich den anderen dienen konnte, selbst wenn dies mich viel Mühe kostete. Ich möchte für alles danken, besonders für die Zeugnisse der anderen, die mir zeigen, wie Gott im Leben der Menschen wirkt. Dann erfuhr ich einen inneren Kampf, in dem mich Maria mit ihren Tränen tröstete. Sie fielen ja nicht auf den Boden, sondern wurden auf der Höhe des Kreuzes zu Lichtperlen… Sie wurden verwandelt… Ich hoffe, dass Jesus auch jede Träne meines Lebens verwandelt…»

Eine Pilgerin schrieb danach:
Wandlung geschieht.
Durch alle, die unterwegs sind als Volk Gottes,
wirkst du, oh Gott und Vater.
Keiner bewirkt das aus sich oder für sich allein.
Im Vertrauen und im Flehen, in der Bitte um Deine Hilfe,
zuerst IN uns und dann DURCH uns zu wirken,
DICH zu spüren, bewegst DU allein unser Herz
und giesst DICH in unsere Seele und in unser Leben ein.
Und wenn wir uns leer und erschöpft fühlen,
brauchen wir die Anderen, die uns von DIR erzählen,
uns wieder Mut und Zuversicht einflössen
und uns durch dein WORT und DEINE Kraft stärken.
Und dann vor DIR, öffnest DU unser Herz ganz sanft,
für Dich, für Dein Wirken und lässt Dich hineinfließen.
Und auf einmal ist nichts mehr wichtig,
nur dieser Strom der Gnade. WHAU!
DANKE UND ERGEBENHEIT UND ALLE LIEBE
sei DIR, Geist und Sohn und Vater…

Wie wird man ein Missionar/eine Missionarin?
In jener Zeit rief Jesus die Zwölf zu sich und sandte sie aus, jeweils zwei zusammen. Er gab ihnen Vollmacht über die unreinen Geister und er gebot ihnen, außer einem Wanderstab nichts auf den Weg mitzunehmen, kein Brot, keine Vorratstasche, kein Geld im Gürtel, kein zweites Hemd und an den Füßen nur Sandalen. Und er sagte zu ihnen: Bleibt in dem Haus, in dem ihr einkehrt, bis ihr den Ort wieder verlasst! Wenn man euch aber in einem Ort nicht aufnimmt und euch nicht hören will, dann geht weiter und schüttelt den Staub von euren Füßen, ihnen zum Zeugnis. Und sie zogen aus und verkündeten die Umkehr. Sie trieben viele Dämonen aus und salbten viele Kranke mit Öl und heilten sie (Mk 6, 7-13).
Gebet
Herr Jesus Christus, du rufst mich zu dir. Du willst, dass ich bei dir bleibe. Da ist das Erste in deiner Nachfolge. Damit fängt alles an. Danke, dass du mich in deine Nähe eingeladen und zu deinem Jünger/deine Jüngerin berufen hast. Danke, dass du mit mir lebst und mich begleitest, dass ich mit dir leben und dir folgen darf. Du bist mein Freund und mein Meister. Du allein bist meine Freude. Erfülle mich nun mit deinem Geist, dass diese Begegnung mit dir reiche Frucht in meinem Leben bringt. Schenke mir den Heiligen Geist, dass ich deine Gegenwart wahrnehme und mich von dir aussenden lasse. Komm, Heiliger Geist, auf mich herab und sende mich heute neu aus.
Persönliche Lektüre
Ich freue mich über die Nähe Jesu! Er ist bei mir. Ich darf an seinem Herzen ausruhen. In seinen Armen bin ich geborgen. Ich höre auf den Pulsschlag seines Herzens. Ich lasse mich von seinem lebendigen Wort ansprechen. Er spricht ja zu meinem Herzen. Ich beherzige sein Wort. Ich lasse mich von ihm verwandeln… Ich verweile bei den Worten oder Sätzen, die mich berühren… Ich nehme mir Zeit dafür. Ich werde still…
Gedanken zur Betrachtung
Jesus sendet seine zwölf Apostel jeweils zu zweit aus. Warum? Die Glaubwürdigkeit der Verkündigung musste sich auf die gleiche Aussage von mindestens zwei Zeugen stützen. Ausserdem hat Jesus versprochen, dass er dort gegenwärtig sein wird, wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind. Aus seiner Kraft können die Apostel segensreich wirken. Mehr noch, sie sollen mit ihrem Leben die Liebe bezeugen, die sie den anderen verkünden werden. Allein kann man dies nicht. Dazu kommt noch der Geist der Gemeinschaft hinzu, in der wir einander beistehen, ermutigen, tragen. Die menschliche Hilfe ist nicht zu unterschätzen.
Lasse ich mich von Jesus aussenden? Wer verkündet mit mir das Evangelium in der Familie, in der Gemeinschaft, in der Pfarrei, am Arbeitsplatz? Stimmt unsere Verkündigung überein? Leben wir das Evangelium als Jünger Jesu untereinander? Sind wir füreinander da? Verlassen wir uns auf die Gegenwart Jesu in unserer Mitte?
Jesus gibt seinen Aposteln die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben, Kranke zu heilen, das Evangelium zu verkünden und die Menschen zur Umkehr zu rufen. Es sind seine Gaben. Die Apostel sollen im Namen Jesu auftreten und wirken. Übrigens steht die Vollmacht, die sie bekommen haben, im Dienst an den Anderen! Sie sollen die Menschen von inneren und äusseren Versklavungen befreien, von all dem, was böse ist. Sie sollen ihnen durch das Evangelium Hoffnung auf das ganzheitliche Heil geben und es erfahren lassen. Sie sollen ihnen den Weg der Rettung durch die Umkehr, durch die Änderung des Denkens zeigen. Dienen sollen sie den Menschen, wie Jesus selbst ihnen gedient hat.
Liebe ich die Mitmenschen? Will ich ihnen dienen? Sorge ich mich um ihre Rettung? Kann ich für sie beten und im Namen Jesu für sie neues Leben und Heilung erbitten? Wer braucht heute das Evangelium Jesu? Bin ich breit, es ihnen zu verkünden?
Jesus ist radikal bei der Aussendung der Apostel. Für ihn ist ihr Zeugnis wichtig. Wichtiger aber ist das volle Vertrauen auf ihn. Sie sollen neben einem Wanderstab und Sandalen nichts Unnötiges mitnehmen, was sie hindern würde, ihre Sendung zu erfüllen. Sie sollen sich wie Mose damals auf den Wanderstab Gottes stützen, sich an ihm festklammern. Gott ist der einzige Garant und Vollender ihrer Sendung. Sie sollen nie vergessen, wer sie ausgesandt und für wen sie Zeugnis geben sollen. Sie sollen Sandalen anhaben als Zeichen, dass sie erlöst, frei sind. Nur die Sklaven gingen damals barfuss.
Kann ich mich ganz und gar auf Gott verlassen? Was erinnert mich stets an seine Gegenwart? Wann habe ich sein machtvolles Wirken in meinem Leben erfahren? Was hindert mich heute, das Evangelium zu verkünden und zu bezeugen. Wovon will mich heute der Herr frei machen?
Lobpreis
Herr, wir bitten: Komm und segne uns; lege auf uns deinen Frieden.
Segnend halte Hände über uns. Rühr uns an mit deiner Kraft.
In die Nacht der Welt hast du uns gestellt, deine Freude auszubreiten.
In der Traurigkeit, mitten in dem Leid, lass uns deine Boten sein.
In den Streit der Welt hast du uns gestellt, deinen Frieden zu verkünden,
der nur dort beginnt, wo man, wie ein Kind, deinem Wort Vertrauen schenkt.
In das Leid der Welt hast du uns gestellt, deine Liebe zu bezeugen.
Lass uns Gutes tun und nicht eher ruhn, bis wir dich im Lichte sehn.
Vorsatz
Ich suche mir eine Person (oder mehrere Personen), mit der ich das Evangelium Jesu leben und verkünden will.
Wo lehne ich Jesus ab?
In jener Zeit kam Jesus in seine Heimatstadt; seine Jünger folgten ihm nach. Am Sabbat lehrte er in der Synagoge. Und die vielen Menschen, die ihm zuhörten, gerieten außer sich vor Staunen und sagten: Woher hat er das alles? Was ist das für eine Weisheit, die ihm gegeben ist? Und was sind das für Machttaten, die durch ihn geschehen? Ist das nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria und der Bruder von Jakobus, Joses, Judas und Simon? Leben nicht seine Schwestern hier unter uns? Und sie nahmen Anstoß an ihm. Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort keine Machttat tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Und Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte dort (Mk 6, 1b-6).
Gebet
Herr Jesus Christus, du kommst in unsere Heimat, die auch die deine ist. Seit der Taufe sind wir ja deine Wohnung. In jeder Kommunion kommst du neu bei uns vorbei. Nicht nur vorbei… Du kommst, um bei uns zu bleiben! Danke für dein Kommen zu uns! Du kennst uns, unsere ganze Welt. Dort, wo wir leben, willst du dein Wort verkünden und unsere Wunden heilen. Wir freuen uns über dich. Wir danken dir, dass du unsere Einsamkeit durchbrichst, um eine neue Gemeinschaft zu stiften mit dir und mit den anderen. Rede du zu unserem Herzen. Rede du in unsere Wirklichkeit hinein. Gib uns deinen Heiligen Geist, dass wir deine Stimme vernehmen und auf sie hören. Heiliger Geist, mache uns offen für jedes Wort, das aus Gottes Mund kommt.
Persönliche Lektüre
Ich freue mich über die Gegenwart Jesu! Er ist nun in meiner Heimat. Er nimmt sich Zeit für mich! Er will mich lehren. Er allein weiss, welches Wort ich heute brauche. Ich lasse mich von meinem Freund Jesus ansprechen. Ich höre aufmerksam seinem Wort zu… Ich nehme sein Wort vertrauensvoll an und lasse es in mir wirksam werden. Ich verweile bei den Worten oder Sätzen, die mich berühren… Ich nehme mir Zeit dafür. Ich werde still…
Gedanken zur Betrachtung
Die Bewohner von Nazareth kannten Jesus seit 30 Jahren. Sie kannten auch namentlich seine Eltern und Verwandten. Er ist ja unter ihnen aufgewachsen. Sie erlebten ihn hautnah. Darum konnten sie sich nicht vorstellen, dass dieser Jesus etwas Besonderes sei. Sie haben sich an ihn einfach gewöhnt. So konnten sie nichts Ausserordentliches von ihm erwarten. Vielleicht waren sie einfach neidisch. Und doch Jesus war nun ein ganz anderer. Seine Heimat ist dieselbe geblieben. Sein Haus ist dasselbe geblieben. Sein Wort und sein Wirken waren aber völlig anders. Jesus lehrte die Menschen mit einer göttlichen Macht. Er heilte die Kranken und befreite die Besessenen von ihrer Versklavung. Er brachte den Menschen ein Gnadenjahr des Herrn.
Kann ich heute Jesus neu begegnen, ganz neu? Kann ich von ihm etwas Besonderes erwarten oder nur etwas Gewöhnliches? Was kann ich Jesus zutrauen? Wann habe ich eine besondere Begegnung mit ihm erlebt? Warum war sie besonders? Wie höre ich sein Wort? Kann dieses Wort mich noch überraschen und mein Leben ansprechen oder bleibt es in meinem Leben wirkungslos? Welche Gewohnheiten hindern oder gar zerstören meinen Glauben?
Die Zeitgenossen Jesu nahmen Anstoss an ihm. Sie lehnten ihn ab. Matthäus sagt uns sogar, dass sie ihn vom Abhang des Berges hinabstürzen wollten. Warum denn? Warum lehnten sie einen Propheten Gottes ab? Weil er ihnen die Wahrheit sagte, weil er ihr Leben stören wollte, weil er sie anders heilen und retten wollte, als sie selbst sich das vielleicht wünschten. Weil er demütig und gleichzeitig machtvoll das Wort verkündete und zur Umkehr aufrief. Mit so einem, den sie für einen Verrückten hielten, wollten sie nichts zu tun haben. Sie wollten nicht, dass er ihren Namen in Verruf bringt. Nun zählte nicht einmal das, was sie miteinander erlebt haben, nicht einmal das Menschliche geschweige denn das Göttliche an Jesus.
Wo nehme ich Anstoss an Jesus, an seiner Lehre und an seiner Kirche? Wo bringe ich ihn in meinem Leben zum Schweigen? Wo schliesse ich ihn aus? Wann lehne ich ihn öffentlich oder auch nur heimlich ab? Bin ich stolz auf meinen Namen: Christ (Christusträger)? Stehe ich zu ihm?
Jesus scheute sich nicht, das Evangelium allen zu verkünden, selbst der eigenen Familie. Er hat das schon einmal im Tempel in Jerusalem getan, als er zwölf Jahre alt war. Damals haben ihn die Eltern nicht verstanden, seine Worte aber im Herzen bewahrt. Nun staunten seine Verwandten über seine Worte, die er in der Synagoge gesprochen hatte. Sie glaubten ihm nicht, selbst wenn seinen Worten seine ganz konkreten Taten folgten. Ihr Herz blieb verstockt. So begann Jesus, seinen Nachbarn die Frohe Botschaft zu verkünden.
Habe ich den Mut, meinen Glauben zu leben und an meine Familie oder Gemeinschaft weiterzugeben? Wie tue ich das? Nehme ich diese meine Pflicht wahr? Ist die Weitergabe des Glaubens eine Selbstverständlichkeit für mich oder schiebe ich diese gerne auf die anderen? Wie reagiere ich, wenn ich abgelehnt werde? Richte und verurteile ich die anderen oder kann ich trotzdem für sie beten? Der Unglaube meiner Familienangehörigen schmerzt mich… Ich vertraue Jesus meinen Schmerz an…
Lobpreis
Gottes Wort ist wie Licht in der Nacht;
es hat Hoffnung und Zukunft gebracht;
es gibt Trost, es gibt Halt in Bedrängnis, Not und Ängsten,
ist wie ein Stern in der Dunkelheit.
Vorsatz
Ich versuche, das Wort Jesu jedes Mal neu und völlig offen zu hören, so dass es mein Leben in Frage stellt und mich verwandelt.
Wagnis des Glaubens
In jener Zeit fuhr Jesus im Boot an das andere Ufer des Sees von Galiläa hinüber und eine große Menschenmenge versammelte sich um ihn. Während er noch am See war, kam einer der Synagogenvorsteher namens Jaírus zu ihm. Als er Jesus sah, fiel er ihm zu Füßen und flehte ihn um Hilfe an; er sagte: Meine Tochter liegt im Sterben. Komm und leg ihr die Hände auf, damit sie geheilt wird und am Leben bleibt! Da ging Jesus mit ihm. Viele Menschen folgten ihm und drängten sich um ihn. Darunter war eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutfluss litt. Sie war von vielen Ärzten behandelt worden und hatte dabei sehr zu leiden; ihr ganzes Vermögen hatte sie ausgegeben, aber es hatte ihr nichts genutzt, sondern ihr Zustand war immer schlimmer geworden. Sie hatte von Jesus gehört. Nun drängte sie sich in der Menge von hinten heran – und berührte sein Gewand. Denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt. Und sofort versiegte die Quelle des Blutes und sie spürte in ihrem Leib, dass sie von ihrem Leiden geheilt war. Im selben Augenblick fühlte Jesus, dass eine Kraft von ihm ausströmte, und er wandte sich in dem Gedränge um und fragte: Wer hat mein Gewand berührt? Seine Jünger sagten zu ihm: Du siehst doch, wie sich die Leute um dich drängen, und da fragst du: Wer hat mich berührt? Er blickte umher, um zu sehen, wer es getan hatte. Da kam die Frau, zitternd vor Furcht, weil sie wusste, was mit ihr geschehen war; sie fiel vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er aber sagte zu ihr: Meine Tochter, dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden! Du sollst von deinem Leiden geheilt sein. Während Jesus noch redete, kamen Leute, die zum Haus des Synagogenvorstehers gehörten, und sagten zu Jaírus: Deine Tochter ist gestorben. Warum bemühst du den Meister noch länger? Jesus, der diese Worte gehört hatte, sagte zu dem Synagogenvorsteher: Fürchte dich nicht! Glaube nur! Und er ließ keinen mitkommen außer Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Sie gingen zum Haus des Synagogenvorstehers. Als Jesus den Tumult sah und wie sie heftig weinten und klagten, trat er ein und sagte zu ihnen: Warum schreit und weint ihr? Das Kind ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus. Er aber warf alle hinaus und nahm den Vater des Kindes und die Mutter und die, die mit ihm waren, und ging in den Raum, in dem das Kind lag. Er fasste das Kind an der Hand und sagte zu ihm: Talíta kum! das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! Sofort stand das Mädchen auf und ging umher. Es war zwölf Jahre alt. Die Leute waren ganz fassungslos vor Entsetzen. Doch er schärfte ihnen ein, niemand dürfe etwas davon erfahren; dann sagte er, man solle dem Mädchen etwas zu essen geben (Mk 5, 21-43).
Gebet
Herr Jesus Christus, du gehst auf den Strassen unseres Lebens. Wir folgen dir nach. Für dich sind aber nicht die Massen wichtig, sondern konkrete Menschen. Wie Jaïrus kommen wir nun zu dir mit all den Menschen, die heute deine heilende Berührung brauchen. Mit dem Vertrauen dieser Frau, die jahrelang an Blutungen litt, nähern wir uns dir. Du allein kennst unsere Lebensgeschichten, unsere Freuden und Sorgen. Du allein kennst unsere Herzen. Du kennst auch unser Vertrauen auf dich. Schenke uns deinen Heiligen Geist, dass wir unsere Herzen vor Dir öffnen und ausschütten können. Er helfe uns alles auszusprechen, was uns heute bewegt. Ja, er mache unsere Herzen weit für dich und für die Mitmenschen in Not. Komm, Heiliger Geist, schenke uns ein neues, hörendes und liebendes Herz!
Persönliche Lektüre
Ich freue mich über deine Gegenwart, Jesus! Du hältst bei mir an. Du hast Zeit für mich! Du hörst mir zu! Ich bin dir wichtig! So will auch ich deinem Wort aufmerksam zuhören. Ich verweile bei den Worten oder Sätzen, die mich berühren… Ich nehme mir Zeit dafür. Ich werde still…
Gedanken zur Betrachtung
Zwei Menschen in Not werden uns heute vorgestellt: Jaírus, dessen Tochter im Sterben liegt und eine Frau, die seit zwölf Jahren an Blutungen leidet. Ihre Nöte sind wirklich gross, weil sie den Tod mit sich bringen. Bei der Tochter von Jaírus ist das der leibliche Tod. Bei der anderen Frau ist das der gesellschaftliche bzw. soziale Tod. Sie wird als unrein betrachtet, sie darf die Mitmenschen nicht berühren, um sie nicht unrein zu machen. Sie darf nicht in die Synagoge, um mit den anderen zu beten. Diese Nöte führen die beiden zu Jesus, der ihre einzige Hoffnung ist. Jaírus fällt auf die Knie und bittet Jesus, das Leben seiner sterbenden Tochter zu retten. Die blutende Frau berührt Jesus im Glauben, dass diese Geste für ihre Heilung genügt. Beide werden nicht enttäuscht. Beiden wird das Leben in Fülle wieder geschenkt.
Nehme ich meine Nöte und jene der Mitmenschen wahr? Wo fühle ich mich heute wie tot? Komme ich damit zu Jesus, dem Herrn? Glaube ich daran, dass er der beste Arzt der Welt ist? Spreche ich sie vor ihm aus? Glaube ich daran, dass er alles für mich und für die anderen tun kann? Wo habe ich schon seine Heilung erfahren?
Jesus tut Wunder als Antwort auf unseren Glauben (die blutende Frau) oder als Ermutigung zum Glauben (die Eltern des verstorbenen Mädchens und die Jünger Jesu). Ja, sie wagen es, trotz allem an Jesus und seine heilende Kraft zu glauben. Der blutenden Frau ist bewusst, dass sie eigentlich Jesus nicht berühren darf. Sie ist aber die einzige Kranke in der Menschenenge, die es wagt und die ihre Heilung offen bezeugen kann. Die Menschen entmutigen Jaïrus trotz aller Hoffnung zu glauben. Er hört aber auf Jesus («Sei ohne Furcht; glaube nur, dann wird sie gerettet.» Lk 8,50) und geht mutig in das Zimmer mit seiner verstorbenen Tochter. Dort erfährt er, dass der Glauben trägt und Wunder wirkt: Seine Tochter wird tatsächlich gerettet.
Wie stark ist heute mein Glaube? Glaube ich daran, dass Jesus mich schon erhört hat? Wer/was entmutigt mich zu glauben, mich auf Jesus zu verlassen? Wage ich es trotz allen und trotz allem auf Jesus zu vertrauen? Bete ich für die Menschen, die heute nicht glauben, nicht glauben können oder nicht glauben wollen?
Oft können wir nicht alles in Worte fassen oder mit den Worten auszudrücken. Daher ist manchmal eine Geste aussagekräftiger als jedes Wort. Die blutende Frau berührt Jesus ohne Worte aber vertrauensvoll. Diese Berührung ist ihr ganzes, aber mächtiges Gebet. Jesus fasst das tote Mädchen an der Hand und sie steht sofort auf und kann umhergehen. Er hat keine Angst vor der rituellen Unreinheit durch die Berührung eines Toten… Eine echte Berührung, eine echte Umarmung kann den Menschen heilen. Sie sagt ihm: Du bist willkommen, du bist wichtig, du bist geliebt, gerade DU!
Lasse ich mich von Jesus in den Sakramenten, im Gebet berühren, umarmen? Kann ich mit meinem Körper, mit einer Geste z. B. einer leeren, ausgestreckten Hand beten? Habe ich Berührungsängste? Warum? Wem schenke ich eine Umarmung, um ihn meine Liebe zu zeigen, um in ihm Jesus selbst zu umarmen?
Lobpreis
Nur den Saum deines Gewandes
einen Augenblick berühren
und die Kraft die von dir ausgeht
tief in meinem Innern spürn
nur ein Blick aus deinen Augen
nur ein Wort aus deinem Mund
und die Heilungsströme fließen
meine Seele wird gesund
Jesus berühre mich
hole mich ab
öffne die Tür für mich
nimm mich an deine Hand und führe mich
in deiner Gegenwart
Jesus ich spüre dich
strecke mich aus nach dir berühre dich
und mein Herz brennt von neuem nur für dich
in deiner Gegenwart
Nur ein Stück vom Brot des Lebens
nur ein Tropfen aus dem Kelch
dann bin ich mit dir verbunden
und mein Hunger wird gestillt
nur ein Schluck vom Strom des Lebens
von dem Wasser das du gibst
und die Ströme werden fließen
aus der Quelle tief in mir
Herr ich bin nicht würdig
bin oft zu weit weg von dir
doch in deiner Nähe kommst du auch zu mir
Vorsatz
Ich bringe eine konkrete Person zu Jesus, die heute seiner Heilung bedarf.
Warum habe ich Angst?
An jenem Tag, als es Abend geworden war, sagte Jesus zu seinen Jüngern: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren. Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; und andere Boote begleiteten ihn. Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm und die Wellen schlugen in das Boot, sodass es sich mit Wasser zu füllen begann. Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen? Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich und es trat völlige Stille ein. Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben? Da ergriff sie große Furcht und sie sagten zueinander: Wer ist denn dieser, dass ihm sogar der Wind und das Meer gehorchen? (Mk 4, 35-41).
Gebet
Herr Jesus Christus, du forderst uns heraus. Du lässt uns aber nie allein. Du bist immer da, du bist immer dabei. Wir danken dir von Herzen für deine Gegenwart unter uns. Öffne uns die Augen, damit wir dich sehen. Stärke unseren Glauben, damit wir uns in allem auf dich verlassen können. Sende uns deinen Heiligen Geist, damit wir ohne Angst dir folgen können. Heiliger Geist, komm auf uns herab! Wirke in uns, mache uns frei für Jesus. Sei du selbst die Seele meiner Seele.
Persönliche Lektüre
Jesus, du bist da für mich. Ich freue mich darüber. Ich will dein Wort hören und verstehen. Hilf mir, bitte, dazu. Erfülle mich mit der Kraft des Heiligen Geistes, dass ich aus seiner Kraft lebe und von jeder schlechten Bindung befreit werde. Ich werde ruhig und still…
Gedanken zur Betrachtung
Jesus fordert seine Jünger heraus. Sie sollen an das andere Ufer des Sees von Galiläa hinüberfahren. Die Jünger wagen es. Als ein heftiger Sturm sich erhebt, bekommen sie Angst. Sie fürchten um ihr Leben. Sie werfen Jesus vor, dass er sich um sie nicht kümmert. Und doch ist auch er im gleichen Boot! Sie richten ihren Blick aber nicht auf ihn, sondern vor allem auf die Gefahr, die ihnen droht. So sind sie voller Angst und Sorge. Glauben sie noch nicht, dass Jesus auch die Macht über die Schöpfung und ihre Gewalt hat?
Wann und wie fordert mich Jesus heraus? Nehme ich diese Herausforderung an? Wann habe ich Angst? Wovor fürchte ich mich? Wann lähmt mich meine Angst? Warum lasse ich mich von ihr bestimmen? Lasse ich mich von Jesus aus diesen Ängsten befreien?
Jesus schläft im Boot, selbst wenn der Sturm tobt. Ist er müde, weil er die ganze Nacht im Gebet verbrachte? Oder ist er zuversichtlich, dass der himmlische Vater sein Leben in seinen guten Händen hält? Auf jeden Fall ist er da! Und wenn schon würde er als erster mit dem Boot untergehen… Erst in der Not richten die Jünger ihren Blick auf ihn und rufen ihn zu Hilfe. Not lehrt beten, sagen wir. Will aber Jesus nicht, dass wir unser ganzes Leben mit ihm gestalten? Er sagte ja zu den Jüngern: WIR wollen…
Wann scheint Jesus im Boot meines Lebens zu schlafen? Vertraue ich ihm, selbst wenn ich keine sichtbaren Zeichen sehe? Richte ich meinen Blick auf ihn? Klammere ich mich an ihn, besonders dann, wenn meine Kräfte versagen? Kann ich meinen Alltag mit ihm leben, gestalten?
Plötzlich wird alles ruhig. Plötzlich gehen den Jüngern die Augen auf und sie beginnen über Jesus zu staunen. Das Geheimnis Jesu geht ihnen auf. Nun erkennen sie, dass Jesus die Macht über den Wind und über das Meer hat. Er geht uns voran wie die strahlende Sonne, er führt uns aus der Nacht. Er zerbricht die Ketten unserer Ängste und Sorgen. Ja, er ist der HERR!
Nehme ich das Wirken Jesu Christi in meinem Leben und in dieser Welt wahr? Kann ich über die Macht Jesu staunen? Wie oft danke ich Jesus für seine Gegenwart und seine Hilfe? Bete ich ihn an? Preise ich ihn im Glauben als meinen Retter und Erlöser? Ist Jesus auch mein Herr?
Lobpreis
Wir erheben uns im Glauben, wachen aus dem Schlafe auf,
denn wir hören seine Stimme, und die Sonne geht schon auf.
Es ist Zeit, den Herrn zu suchen, unsere Herzen werden warm,
denn der Tag ist schon ganz nahe; und so viele sind noch arm.
Heiliger Herr, Herr der Heerscharen, wir preisen Deine Macht.
Du gehst voran wie die strahlende Sonne
und führst uns aus der Nacht.
Jeden Ort, auf den wir treten, gibst Du uns in unsere Hand;
Die Gefangenen auf dem Wege, schließen sich dem Zuge an,
ihre Ketten werden brechen, denn sie beten mit uns an.
Vorsatz
Ich lege alle meine Ängste in die Hand Jesu und berge mich an seinem gütigen Herzen.
Ein kleines, mächtiges Reich Gottes
In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät; dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie. Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre. Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da. Er sagte: Womit sollen wir das Reich Gottes vergleichen, mit welchem Gleichnis sollen wir es beschreiben? Es gleicht einem Senfkorn. Dieses ist das kleinste von allen Samenkörnern, die man in die Erde sät. Ist es aber gesät, dann geht es auf und wird größer als alle anderen Gewächse und treibt große Zweige, sodass in seinem Schatten die Vögel des Himmels nisten können. Durch viele solche Gleichnisse verkündete er ihnen das Wort, so wie sie es aufnehmen konnten. Er redete nur in Gleichnissen zu ihnen; seinen Jüngern aber erklärte er alles, wenn er mit ihnen allein war (Mk 4, 26-34).
Gebet
Herr Jesus Christus, du willst mit uns allein sein. Du willst uns dein Wort in aller Ruhe erklären. Wir nehmen uns bewusst Zeit für dich… Wir wollen auf dich hören, dich verstehen, dir unsere Fragen stellen. Danke, dass du immer Zeit hast für uns, dass du immer an uns denkst. Danke, dass wir für dich so wichtig sind. Du willst, dass wir dich immer mehr begreifen, dich lieben, dir folgen mit unserem ganzen Leben. Nimm nun alles von uns, was uns stört, uns immer noch beschäftigt, uns zerstreut. Schenke uns deinen Heiligen Geist, dass wir mit offenem Herzen dir begegnen und auf dich hören können. Dein Geist erleuchte und entfache uns neu. Dein Heiliger Geist bete nun in uns…
Persönliche Lektüre
Ich freue mich über die Gegenwart Jesu! Er will mir alles erklären, mir allein. Ich lausche seinem Wort. Ich lasse mich vom Herrn ansprechen. Ich verweile bei den Worten oder Sätzen, die mich berühren… Ich nehme mir Zeit dafür. Ich werde still…
Gedanken zur Betrachtung
Gott ist ein guter Sämann. Er ist großzügig, ja verschwenderisch in seinem Tun. Er sät den Samen seines Wortes auf jeden Boden, in das Leben eines jeden Menschen. Er kalkuliert nicht, ob es sich lohnt oder nicht. Er überlegt nicht, ob der Boden gut ist oder nicht. Er berechnet nicht, ob der Samen reicht, ob er Frucht bringt oder nicht. Er schließt niemanden aus seinem Tun aus. Jedem gilt die Saat seines Wortes! Jeder ist ihm wichtig. Er sät sein Wort in der Hoffnung, dass es reiche Frucht bringt. Er kennt ja die Kraft, die in jedem Samen verborgen ist.
Höre ich dem Wort Jesu zu? Nehme ich es an und auf? Lasse ich es in mir wachsen? Kenne ich das Wort Gottes (die Bibel)? Wem verkünde ich das Wort Gottes? Bin ich dabei großzügig? Wen schließe ich aus dieser Verkündigung aus? Warum? Wem will ich heute das Evangelium der Freude verkünden?
Es ist erstaunlich, aber völlig normal, wie ruhig sich der Sämann verhält. Er legt sich schlafen, er steht auf und macht sich keine Sorgen, was mit dem Samen geschieht. Er kennt ja das Potenzial jedes gesäten Kornes. Er weiß, dass er nichts erzwingen kann. Das macht ihn frei. Er wartet geduldig, bis die Zeit des Wachstums kommt. Er ist nicht auf Erfolg, Gewinn und Menge fixiert. Er kann sich über jede Ähre freuen und über jeden Baum, der aus einem kleinen Senfkorn wächst. Jede Ernte ist ihm wichtig und jeder Baum, dessen Schatten dem anderen dient.
Worauf bin ich im Reich Gottes bedacht? Auf Erfolg, auf Gewinn, auf viele Menschen, auf Macht, auf Anerkennung? Achte ich die Logik Gottes, die Logik des Kornes? Bin ich geduldig mit mir selbst und mit den anderen? Was möchte ich beschleunigen, ja erzwingen? Freue ich mich über die gute Ernte, die auf dem Feld meines Lebens, oder des Lebens der anderen wächst und gedeiht?
Im Reich Gottes gilt: Wir lassen uns beschenken. Das Reich Gottes wird uns geschenkt. Wir können es nicht verdienen, erwirtschaften, erarbeiten, bezahlen. Wir müssen nur lernen, es zu entdecken, wert zu schätzen und dafür zu danken. Erst dann können auch wir zu einem Geschenk füreinander werden wie der Baum für die Vögel des Himmels. Wir wissen nie wie groß und mächtig jedes kleine Wort oder jede kleine Tat sein kann. Wenn wir es aber lernen, achtsam miteinander umzugehen, dann werden wir grosse Wunder erfahren.
Lasse ich mich von Gott beschenken? Was habe ich von ihm heute bekommen? Bin ich dafür dankbar? Wo versuche ich das Reich Gottes auf eigene Faust aufzubauen, es voranzutreiben? Warum? Lasse ich mich dabei auf Gott ein? Achte ich auf das Kleine meines Lebens? Tue ich das mit der ganzen Liebe und dem ganzen Vertrauen meines Herzens? Welches Wort, welche Tat der anderen hat mir in der letzten Zeit Mut gemacht, mich aufgerichtet?
Lobpreis
Unseren Augen verborgen
doch mit dem Herzen zu seh’n
unser Verstand kann nicht fassen,
was wir im Glauben versteh’n.
Gott lässt sich finden, wenn wir suchen.
Gott wird uns hören, wenn wir rufen:
Zeige uns dein Angesicht.
Gott ist Liebe, Gott ist Geist,
den die ganze Schöpfung preist.
Vater, Sohn und Heiliger Geist,
drei Personen und doch eins.
Vorsatz
Ich versuche, jedes kleine Wort und jede kleine Tat mit größter Liebe auszusprechen bzw. zu tun.
Das Wirken des Satans
In jener Zeit ging Jesus in ein Haus und wieder kamen so viele Menschen zusammen, dass er und die Jünger nicht einmal mehr essen konnten. Als seine Angehörigen davon hörten, machten sie sich auf den Weg, um ihn mit Gewalt zurückzuholen; denn sie sagten: Er ist von Sinnen. Die Schriftgelehrten, die von Jerusalem herabgekommen waren, sagten: Er ist von Beélzebul besessen; mit Hilfe des Herrschers der Dämonen treibt er die Dämonen aus. Da rief er sie zu sich und belehrte sie in Gleichnissen: Wie kann der Satan den Satan austreiben? Wenn ein Reich in sich gespalten ist, kann es keinen Bestand haben. Wenn eine Familie in sich gespalten ist, kann sie keinen Bestand haben. Und wenn sich der Satan gegen sich selbst erhebt und gespalten ist, kann er keinen Bestand haben, sondern es ist um ihn geschehen. Es kann aber auch keiner in das Haus des Starken eindringen und ihm den Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken fesselt; erst dann kann er sein Haus plündern. Amen, ich sage euch: Alle Vergehen und Lästerungen werden den Menschen vergeben werden, so viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der findet in Ewigkeit keine Vergebung, sondern seine Sünde wird ewig an ihm haften. Sie hatten nämlich gesagt: Er hat einen unreinen Geist. Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben draußen stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter (Mk 3, 20-35).
Gebet
Herr Jesus Christus, du kommst in mein Haus. Ich heiße dich bei mir willkommen. Du kommst in mein Herz! Ich begrüße dich herzlichst! Du bist mir ganz nahe. Ich darf deinen Herzschlag hören und deinen Atem spüren. Wie gut tut mir deine Gegenwart! Ich freue mich wahnsinnig über so einen hohen Gast in meinem Haus und in meinem Herzen. Lieber Jesus, mein Haus soll dein Haus sein. Mein Herz schlägt für dich. Entfache mich neu mit deinem Heiligen Geist, dass ich auf dein Wort hören kann, dass ich deine kostbaren Worte nicht überhöre. Durchdringe mich mit deinem Heiligen Geist, dass ich dir wahrlich begegnen kann von Herz zu Herz.
Persönliche Lektüre
Ich freue mich über die Gegenwart Jesu! Er will mir eine wichtige Botschaft mitteilen. Ich habe keine Angst. Sein Wort befreit und schafft neu. Ich lasse mich vom Herrn ansprechen. Ich lausche aufmerksam seinem Wort… Ich verweile bei den Worten oder Sätzen, die mich berühren… Ich nehme mir Zeit dafür. Ich werde still…
Gedanken zur Betrachtung
Heute wollen wir das Wirken des Satans entdecken. Zuerst schlägt er die Menschen mit Blindheit, so dass sie die Wahrheit und damit Gott selbst nicht erkennen können. Die Familie von Jesus wurde mit Blindheit geschlagen. Sie konnte seine Art und Weise des öffentlichen Auftretens nicht annehmen. Sie erkannte nicht, dass da Gott selbst am Werk war. Sie war nur auf das Äußere und Materielle besonnen. Jesus schadete ihrem Ruf. Darum wollte seine Familie ihn mit Gewalt zurückholen. Sie wollte nicht, dass Jesus ihren guten Namen in Verruf bringt. Jesus konnte das Herz der Menschen sehen, in sie hineinblicken. So konnte er in den einst fremden Menschen seine neue Familie wahrnehmen. Der Satan machte ihn für das Innere des Menschen nicht blind.
Wo bin ich selbst geistig blind? Wo bin ich nur auf das Äußere und Materielle bedacht? Macht mich das glücklich? Kann ich da das Wirken des Satans wahrnehmen? Wer öffnet meine Augen für das Herz der Mitmenschen, für mein eigenes Herz und meine Bedürfnisse?
Dann verschließt der Satan das Herz des Menschen für die Wahrheit, für Gott. Er macht das Herz des Menschen verstockt. Die Schriftgelehrten kannten ja die Heilige Schrift. Sie sollten als ersten mehr sehen, erkennen und glauben. Sie verschließen aber ihre Herzen für das Wirken Gottes in dieser Welt. Mehr noch, sie unterstellen Jesus, dass er mit dem Beélzebul, dem Anführer der Dämonen, in Verbindung steht. So können sie ihre Verschlossenheit rechtfertigen: Mit den Dämonen wollten sie ja nichts zu tun haben. In der Tat aber verschließen sie sich für das Wirken Gottes. Sie lästern damit den Heiligen Geist, der sie zur Wahrheit führen will. Sie verschließen sich für die rettende Kraft Gottes. So können sie kein Erbarmen finden. Jesus befreit die Menschen von den Dämonen, damit sie in voller Freiheit Ja zu ihm sagen können.
Wo bin ich für Gott und für die anderen verschlossen? Was macht mein Herz verstockt? Schlechte Erfahrungen, meine Sünde und Schuld, mein Stolz, mein Besserwissen, …? Bitte ich täglich den Heiligen Geist um ein offenes und gläubiges Herz? Wo fühle ich mich wirklich frei?
3. Spaltung
Der Satan spaltet. Er hat sich ja von Gott abgespaltet. Das Gleiche will er für alle Menschen: Sie sollen nicht mehr Gott dienen und ihn lieben, sondern selber nach ihrem Glück suchen. Dem Satan ist es gelungen, nicht nur die Elite des Volkes Israel von Jesus abzuspalten, sondern auch seine eigene Familie. Er spaltet sogar den Menschen in sich selbst. Einerseits wollen wir ja zu Gott finden, andererseits möchten wir nichts dafür tun. Einerseits sehnen wir uns nach dem wahren Glück, andererseits geben wir uns mit flüchtigem Glücksersatz zufrieden. Einerseits lässt uns eine echte Gemeinschaft Liebe erfahren, andererseits werden wir immer wieder von unserem Egoismus überwältigt. Jesus heilt den ganzen Menschen und er nimmt all seine Bedürfnisse ernst. Jesus schafft eine neue familiäre Gemeinschaft mit Gott und untereinander.
Wo bin ich innerlich gespalten? Warum? Von wem bin ich getrennt? Warum? Suche ich nach der Einheit, nach einer echten Gemeinschaft? Wie trage ich dazu bei? Spalte ich die Menschen durch Kritik, Gerüchte, Urteile, Vorurteile usw. usf.? Was will ich ändern, um eins mit Jesus und mit den anderen zu werden?
Lobpreis
Herr, dein Name sei erhöht,
Herr, ich singe dir zur Ehre.
Danke, dass du in mir lebst,
danke für deine Erlösung.
Du kamst vom Himmel herab,
zeigst uns den Weg,
Herr, du hast am Kreuz bezahlt
für meine Schuld.
Und sie legten dich ins Grab,
doch du stiegst zum Himmel auf,
Vorsatz
Jeden Tag bitte ich den Heiligen Geist, dass er mich vor Blindheit, Verstocktheit oder Spaltung bewahre.
Er ist da!
Am ersten Tag des Festes der Ungesäuerten Brote, an dem man das Paschalamm zu schlachten pflegte, sagten die Jünger zu Jesus: Wo sollen wir das Paschamahl für dich vorbereiten? Da schickte er zwei seiner Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in die Stadt; dort wird euch ein Mensch begegnen, der einen Wasserkrug trägt. Folgt ihm, bis er in ein Haus hineingeht; dann sagt zu dem Herrn des Hauses: Der Meister lässt dich fragen:
Wo ist der Raum, in dem ich mit meinen Jüngern das Paschalamm essen kann? Und der Hausherr wird euch einen großen Raum im Obergeschoss zeigen, der schon für das Festmahl hergerichtet und mit Polstern ausgestattet ist. Dort bereitet alles für uns vor! Die Jünger machten sich auf den Weg und kamen in die Stadt. Sie fanden alles so, wie er es ihnen gesagt hatte, und bereiteten das Paschamahl vor. Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib. Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, gab ihn den Jüngern und sie tranken alle daraus. Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird. Amen, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich von Neuem davon trinke im Reich Gottes. Nach dem Lobgesang gingen sie zum Ölberg hinaus (Mk 14, 12-16.22-26).
Gebet
Herr Jesus Christus, du bist gegenwärtig im Allerheiligsten Sakrament. Du bist einfach da! Du bist bei uns geblieben Tag und Nacht. Du wartest stets auf uns. Du hast immer Zeit für uns. So dürfen wir dich zu jeder Zeit besuchen, vor dir unser Herz ausschütten, dir alles anvertrauen, oder einfach vor dir verweilen, uns in deiner Gegenwart ausruhen. Danke, dass wir jetzt zur Ruhe kommen und auf dein Wort hören dürfen. Danke für deinen Heiligen Geist, in dem wir dein Wort verstehen können. Danke für deinen Heiligen Geist, der uns jetzt erfüllt und durchdringt. Dein Wort berühre nun unser Herz und unser ganzes Leben. Dein Wort verwandle uns und schaffe uns neu. Dein Wort entfache in uns große Liebe zur Eucharistie…
Persönliche Lektüre
Ich öffne mein Herz für die Gegenwart Jesu. Er ist da! Er hat mich zu sich eingeladen. Ich lasse mich von ihm bedienen und ansprechen. Der Herr spricht zu mir. Ich höre seinem Wort aufmerksam zu… Ich lasse mich von seinem Wort berühren… Ich verweile bei den Worten oder Sätzen, die mich berühren… Ich nehme mir Zeit dafür. Ich werde still…
Gedanken zur Betrachtung
Mit dieser Überzeugung hat der Hl. Pfarrer von Ars die Erneuerung seiner Pfarrei angefangen. Stundenlang hat er verweilt vor dem Allerheiligsten Sakrament, in der Gegenwart Jesu. In seinen Predigten hat er immer wieder eine Pause gemacht, drehte sich um, zeigte auf den Tabernakel und sagte: „Er ist da!“ Die Menschen, die dem Hl. Johannes Maria Vianney begegnet sind, merkten an seinem Gesicht eine lebendige Gegenwart Christi. Die Jünger aus dem heutigen Evangelium haben auch erfahren, dass Jesus da ist: bei der Vorbereitung des Mahles, während des Mahles, nach dem Mahl. Er wusste alles. Er freute sich auf die Gemeinschaft und die Zusammenarbeit mit seinen Jüngern.
Wie nehme ich die Gegenwart Gottes in meinem Leben wahr? Freue ich mich darüber, dass Jesus einfach da ist, da für mich? Lebe ich in seiner Gegenwart? Glaube ich daran, dass er auch in der Eucharistie gegenwärtig ist, dass er im Tabernakel für immer bei uns geblieben ist? Habe ich Zeit für ihn?
Jesus ist kein Spaßverderber. Eine Gemeinschaft, eine Tischgemeinschaft, die nicht in der Wahrheit wurzelt, kann ja nicht bestehen. Darum offenbart Jesus die bittere Wahrheit über Judas Iskariot, über jede und jeden von uns: Wir alle sind fähig, Jesus zu verraten. Erst wenn wir dies erkennen und ehrlich sind, können wir das Brot in Liebe miteinander teilen. Es wird zum Brot der Versöhnung, zum Brot der Liebe, zum Brot des Friedens. All diese Werte verraten wir immer wieder in der Nachfolge Jesu. Wenn wir es aber zugeben und bereuen, können wir wieder zu Jesus, zueinander und zu uns selbst finden.
Schätze ich die Wahrheit? Kann ich dem anderen die Wahrheit sagen? Nehme ich die Wahrheit über mich selbst an? Wo belüge und täusche ich mich selbst? Kann ich Jesus in die Augen schauen, wenn ich das Brot des Lebens aus seiner Hand empfange? Wie teile ich das Brot mit den anderen?
Jesus hat sich beim letzten Abendmahl an die Apostel verschenkt. Er hat ihnen seinen Leib zum Essen und sein Blut zum Trinken gegeben, ja damit hat er sich selbst verschenkt. Warum? Wozu? Er wollte eins mit uns sein. Er wollte uns seine Gegenwart und seine Liebe, seine Kraft und sein Leben schenken. So wollte er mit uns für immer bleiben. So will er auch heute mit uns eins sein. Jene, die ihn aufnehmen, können dies erfahren und Kraft haben, als seine Jünger zu leben. Wer Jesus nicht ehrlich in sein Leben aufnimmt, der wird nie erfahren, wie gütig und barmherzig er ist. Der wird auch nicht fähig, selbst gütig und barmherzig zu sein.
Nehme ich Jesus bei mir auf? Teile ich alles mit ihm? Was verberge ich immer noch vor ihm? Wo hat er in meinem Leben immer noch nicht viel zu sagen? Freue ich mich, dass ich mit Jesus nie allein bin? Lebe ich aus der Kraft der Heiligen Kommunion? Verwandelt mich die Gegenwart Jesu?
Lobpreis
Lobe, Zion, deinen Hirten; dem Erlöser der Verirrten stimme Dank und Jubel an.
Lass dein Lob zum Himmel dringen; ihn zu rühmen, ihm zu singen, hat kein Mensch genug getan.
Er ist uns im Brot gegeben, Brot, das lebt und spendet Leben, Brot das Ewigkeit verheißt,
Brot, mit dem der Herr im Saale dort beim österlichen Mahle die zwölf Jünger hat gespeist.
Lobt und preist, singt Freudenlieder; festlich kehrt der Tag uns wieder, jener Tag von Brot und Wein,
da der Herr zu Tisch geladen und dies heilge Mahl der Gnaden setzte zum Gedächtnis ein.
Was bei jenem Mahl geschehen, sollen heute wir begehen und verkünden seinen Tod.
Wie der Herr uns aufgetragen, weihen wir, Gott Dank zu sagen, nun zum Opfer Wein und Brot.
Seht das Brot, der Engel Speise, Brot auf unsrer Pilgerreise, das den Hunger wahrhaft stillt.
Abrams Opfer hat‘s gedeutet, war im Manna vorbereitet, fand im Osterlamm sein Bild.
Guter Hirt, du Brot des Lebens, wer dir traut, hofft nicht vergebens, geht getrost durch diese Zeit.
Die du hier zu Tisch geladen, ruf auch dort zum Mahl der Gnaden in des Vaters Herrlichkeit.
Vorsatz
Ich versuche aus der Kraft der Heiligen Kommunion zu leben!
"Die Erscheinung unserer Mutter auf dem Berg von La Salette ist keine neue Lehre, sondern eine neue Gnade. Sie ist die Offenbarung der Liebe und des Mitleids, die es für uns im Himmel gibt." So drückte sich 1854 Mgr. Ullathorne, Bischof von Birmingham in England, aus. Er stellte damit die untergeordnete Rolle jeder Erscheinung und ihre Bedeutung in der Geschichte unseres Heils fest.
LA SALETTE IST KEINE NEUE LEHRE.
ES IST EIN NEUER SCHWUNG, HIN ZU DEN GRUNDLAGEN DES GLAUBENS, EINE BEGEGNUNG, DIE NICHT VERPASST WERDEN DARF, EINE GNADE, AUF DIE DRINGEND EINGEGANGEN WERDEN
Salettiner Missionshaus
Untere Waid
CH-9402 Mörschwil
Tel. 071 866 14 24
Fax 071 868 79 81
info@salettiner.ch






