Die Bewegung «Extremer Kreuzweg» hat sich die letzten Jahre von Polen aus über viele Länder Europas ausgebreitet und bedeutet, dass man den Kreuzweg 40 km oder mind. 30 km, mit 500 Höhenmetern und gemeinsam oder auch individuell schweigend läuft. Jedes Jahr werden die Betrachtungen zu den einzelnen Kreuzwegstationen mit verschiedenen aktuellen Texten neu geschrieben.
Am 7. März, nach der Eucharistiefeier starten wir (über 60 Teilnehmende von 15 – über 60ig Jahren) um 21.00 Uhr in 5 Gruppen zu 15 km oder 30 km Nachtkreuzweg. Bei den Kreuzwegstationen hören wir in polnischer Sprache Meditationen, Zeugnisse von Mutter Theresa und verschiedenen Frauen und Männern, wie sie mit Gottes Hilfe ihr Leben zum Guten meistern. Wir bekommen eine Aufgabe mit auf den weiteren Weg. Alles sehr ansprechend gestaltet. Für nichtpolnisch Sprechende gab es dazu die Kreuzwegandacht von La Salette. Dazwischen in Stille, Gehen, Spüren, Sein.
Es ist keine spirituelle Leistung verlangt, keine aktive innere Suche, sondern das Wirkenlassen der Worte, die wir in die Seele sickern lassen dürfen und das Zulassen der Gegenwart Gottes. Darum fällt das Schweigen nicht schwer – es lässt zu, sich mit dem Gehen in Gott hinein gehenzulassen.
Wenn auch das Wetter sehr entgegenkommend ist, die Kälte und die vielen Steigungen und Abstiege lassen den Körper über die ganze Nacht bis in den Morgen an Grenzen kommen. Irgendwann geht man nur noch weiter, kann kaum mehr aufnehmen, was zu hören oder lesen ist und legt sich damit in die Hand Gottes, der wohl weiss, was wir brauchen und es uns auch schenkt.
Respekt allen, die 15 km gelaufen sind und jenen, die bis ins Morgenlicht die 30 km «geschafft» hatten. Es war sehr schön – und unvergleichlich.