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Abschied von P. Eduard Mäder MS

P. Eduard Mäder MS ist am 4. August 2026 im Alter von 97 Jahren heimgegangen. Der Herr über Leben und Tod schenke ihm die ewige Freude in seinem himmlischen Reich.

Hiermit die Ansprache bei seiner Beerdigung, die am 11. August 2026 um 1030 Uhr in der Kirche Mörschwil stattgefunden hat:

Wachsen lassen…

  1. Unsere Heimat

Rilke schrieb einmal:

Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge

und keine Heimat haben in der Zeit.

Und das sind Wünsche: leise Dialoge

täglicher Stunden mit der Ewigkeit.

Und der Hl. Paulus hielt fest:

Unsere Heimat ist im Himmel.

Diese Sehnsucht nach der ewigen Heimat bewegte Edi, sein Leben als Ordensmann und Priester Gott zu schenken. Diese Sehnsucht nach Mehr und Mehr bewegte ihn, sich in den Dienst an den Mitmenschen zu stellen und mit ihnen das Leben zu teilen. Wohl im Wissen, dass wir hier keine Heimat haben, dass wir wünschen, sie schon heute zu verkosten, für sie zu leben Stunde für Stunde. Ich bewunderte diese leisen Dialoge täglicher Stunden mit der Ewigkeit, die P. Edi führte. Schon beim Frühstück sprach er oft über ein Fest, über einen Heiligen, der an diesem Tag zu feiern war oder von einem Evangelium, das ihn angesprochen hat. Etwa eine Woche vor seinem Tod, bat er mich, ihm das liturgische Buch mit den Tageslesungen aufzuschlagen, damit er auf dem Laufenden bleiben durfte, damit diese Sehnsucht nach dem kommenden Bräutigam – wie es heute im Evangelium heisst – lebendig blieb. Nun hat er seine Heimat gefunden: die Herrlichkeit Gottes, die ewige Vollendung jeder menschlichen Sehnsucht.

  1. Klug sein

Edi wusste, dass dieser Weg in die Ewigkeit nur dann gelingen kann, wenn man klug ist wie die fünf Jungfrauen aus dem Evangelium. Gott beschenkte ihn reichlich mit seinen Gaben und mit einem aussergewöhnlichen Gedächtnis. Er erwarb nicht nur seine Titel in der Theologie und Philologie. Er war auch sein Leben lang an Menschen und Gott interessiert. Er las viel und wusste auch viel. Er wusste vor allem, dass die Lampen des Lebens nur dann brennen können, wenn man auch genügend Öl dabeihat. Seine grösste Entdeckung, seine Klugheit lag darin, dass er eine Botschaft fand, das seinem Leben Sinn und Ziel gab. Er war für ihn – so schrieb er – die Botschaft von Gott, der alle Menschen liebt, der der Vater aller ist und der das Wohl und das Heil aller will, ohne Ausnahme von Geschlecht und Klasse, Alter und Hautfarbe. Die Botschaft von Gott der Liebe, der keinen ausschliesst von seiner Liebe und seinem Erbarmen und der von uns erwartet, dass auch wir keinen ausschlissen von unserer Zuwendung und Gemeinschaft. Die Botschaft von Gott, der alles zum Dasein geschaffen hat und es erhalten, gepflegt und beschützt haben will. Dieser Botschaft hat er geglaubt, diese Botschaft wollte er an seine Mitmenschen weitergeben. Wir alle wissen aus eigener Erfahrung, wie weit ihm das gelungen ist.

  1. Lampen brennen lassen

Die brennenden Lampen in der Hand bedeuten die Liebe, mit der wir Menschen auf die selbstlose Liebe Gottes antworten. Hier kann eben niemand den anderen ersetzen oder vertreten. Die Liebe lässt sich nicht kaufen oder verkaufen. Meistens – meinte P. Edi – sind es aber nicht grosse Werke, die wir vollbringen, sondern eher kleine Dinge, die den anderen das Leben erleichtern, die von der Liebe zeugen. So wurde P. Edi für viele nicht nur ein Lehrer und Rektor, sondern vor allem ein Begleiter und Freund. Er war ein strenger aber auch ein menschenfreundlicher Lehrer, der mit seinen Schülern gerne zusammen war bis ins hohe Alter. Er war ein selbstkritischer Pfarrer, der gerne mit ihm anvertrauten Gläubigen unterwegs war. Es war auch schön, P. Edi besonders in den letzten Wochen beizustehen und ihn zu pflegen. Er liess sich gerne helfen und bedankte sich immer selbst für die kleinsten Dinge. Die Liebe sollten wir eben nicht nur geben. Wir müssen/dürfen auch lernen, die Liebe zu empfangen. Auch dann brennen unsere Lampen mit der Flamme der Liebe.

  1. Den anderen werden lassen in der Gemeinschaft…

So kann man geduldig auf den Bräutigam warten, der uns in den Hochzeitssaal führen will, um mit uns für die ganze Ewigkeit zu feiern. Er nimmt aber nur die mit, die bereit sind, die sich freiwillig entfaltet haben, die etwas Grosses, Wertvolles aus ihrem Leben gemacht haben, die Verantwortung für ihr Leben übernommen haben.  Gerade das war ein grosses Anliegen von P. Edi, den anderen werden lassen, ihn gross werden lassen in einer Gemeinschaft. Er wusste, dass dies nur dann gelingen kann, wenn man dem anderen Vertrauen und Glauben schenkt, wen man ihn als Menschen wertschätzt und eine Beziehung mit ihm eingeht, die nicht von Rollen und Erwartungen geprägt ist, sondern dem anderen Entfaltung und Reifen ermöglicht. Dies ist nur möglich, wenn man seine Freiheit gebrauchen kann und will. Erst dann, kann jemand zu einer Persönlichkeit werden, zu der auch Gott ihn berufen hat. Dazu brauchen wir auch einander, meinte P. Edi. „Nur in gemeinsamer Anstrengung, in gemeinsamem Suchen, im gemeinsamen Hören aufeinander und auf das Wort Gottes werden wir Antwort finden auf die Fragen und Lösungen für die Probleme, die den Menschen und die die ganze Menschheit bedrängen…. In der Gemeinschaft mit den anderen sollten wir den Willen Gottes erkennen und die Werke tun, die gottgefällig sind… Wir alle sind die Kirche.“

Gott liess P. Edi gross werden und holte ihn in die ewige Heimat. Heute legen wir sein Leben in die Hände Gottes, des Vaters zurück. Er, unser Schöpfer möge alles in seinem Leben vollenden und erfüllen, was unvollendet und unerfüllt geblieben ist. Gott schenke ihm den ewigen Frieden.

Zum Schluss möchte ich ein Gedicht vorlesen, das ich unter den Predigten von P. Edi gefunden haben mit dem Titel: Das ist mein Trost.

Gott ist gut zu mir.

Er war manchmal

in meinem Leben spürbar gegenwärtig.

Er lehrte mich,

wie ich mich für die andere geben muss,

ohne zu fragen, was dabei herauskommt,

und auch wenn keiner danke sagt.

Er zeigte mir,

wie er die Sonne scheinen lässt,

auch wenn die Menschen

sich im Schatten verkriechen.

Er liess mich die Bäume sehen,

die ihre Früchte einfach so geben,

ohne zu fragen, wer sie isst.

Er verwies mich

an das Weizenkorn in der Mutter Erde,

das sterben muss,

ohne je die Ähre zu sehen.

Ich fühle, dass Gott mich liebt

heute und alle Tage meines Lebens.

Er liebt mich, wenn ich lebe.

Er liebt mich noch mehr, wenn ich sterbe,

weil er mich dann endgültig

in seine Arme schliesst.

Das ist mein Trost

mir kann nichts passieren.


"Die Erscheinung unserer Mutter auf dem Berg von La Salette ist keine neue Lehre, sondern eine neue Gnade. Sie ist die Offenbarung der Liebe und des Mitleids, die es für uns im Himmel gibt." So drückte sich 1854 Mgr. Ullathorne, Bischof von Birmingham in England, aus. Er stellte damit die untergeordnete Rolle jeder Erscheinung und ihre Bedeutung in der Geschichte unseres Heils fest.

LA SALETTE IST KEINE NEUE LEHRE.
ES IST EIN NEUER SCHWUNG, HIN ZU DEN GRUNDLAGEN DES GLAUBENS, EINE BEGEGNUNG, DIE NICHT VERPASST WERDEN DARF, EINE GNADE, AUF DIE DRINGEND EINGEGANGEN WERDEN


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