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Meditationen

Betrachtung zum 5. Ostersonntag A

2020/05/08 weniger...

Glaubt mir doch!

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe – den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie sollen wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus antwortete ihm: Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, glaubt wenigstens aufgrund der Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen, und er wird noch größere vollbringen, denn ich gehe zum Vater (Joh 14,1-12).

Gebet

Herr Jesus Christus, du nimmst dir Zeit für uns. Wir sind dir so wichtig. Du willst uns zum Vertrauen auf Gott, den Vater, erziehen. Wenn wir uns auf ihn verlassen, kann uns nichts verwirren oder uns Angst machen. Der Vater ist ja bei uns. Stärke, Herr, unseren Glauben. Führe uns zum Vater. Schenke uns deinen Heiligen Geist, damit wir mit neuem Schwung und Eifer unserem Ziel entgegengehen. Heiliger Geist, du Geist des Vaters und des Sohnes, komm auf uns herab und durchglühe uns. Verbrenne in uns alles, was uns zum Vater hindert. Gieße die Liebe des Vaters in unseren Herzen aus.

Persönliche Lektüre

Danke, Jesus, dass ich dir so nahe sein darf. Danke, dass du stets an mich denkst und mich nie aufgibst. Ich will für dich einfach da sein. Ziehe mich an dich, an dein gütiges Herz. Ich brauch dich so sehr. Nur bei dir bin ich geborgen. Befreie mich von meiner Angst. Auf dich, o Jesus, vertraue ich. Rede du zu meinem Herzen. Schenke mir ein hörendes Herz und deinen Heiligen Geist.

Gedanken zur Betrachtung

  1. Unser Ziel – die Arme des himmlischen Vaters

Bei seinem Abschied im Abendmahlssaal will Jesus den Glauben seiner Jünger stärken. Er selbst freut sich, dass er dem Vater nun entgegengeht. Er weiß, dass es ein harter Weg des Kreuzes sein wird. Die Freude auf den Vater ist aber in ihm viel grösser als sein bevorstehender Tod. Wie jedes Kind will auch Jesus unbedingt zum Vater zurück, in seine sicheren und liebevollen Arme. So weist er seinen Jüngern auf das Haus des Vaters hin. Er verspricht ihnen, und damit uns allen, eine ewige Wohnung beim Vater. Der Hl. Paulus bringt dies auf den Punkt, indem er sagt: Dann werden wir für immer bei Gott sein. Wer das Ziel des Lebens aus den Augen nicht verliert, der hat auch die Kraft ihm trotz allen Schwierigkeiten entgegenzugehen. Das Ziel, der Vater, eine ewige Wohnung in seinem Haus, lassen uns vieles tragen und ertragen.

Welche Ziele habe ich im Leben? Denke ich oft an mein letztes Ziel, an die Begegnung mit dem Vater von Angesicht zu Angesicht? Welche Gedanken kommen mir da in den Sinn? Ist Gott der Vater für mich? Berge ich mich oft in seinen Armen? Glaube ich daran, dass der himmlische Vater mich sehnsüchtig erwartet? Glaube ich seiner gütigen Liebe trotz allem? Ist meine Sehnsucht nach dem Vater grösser als alle Sorgen des Alltags, als jede Niederlage, als der Tod selbst? Freu ich mich auf den himmlischen Vater?

  1. Jesus – der Weg ans Ziel

Um das Ziel sicher zu erreichen, muss ich den Weg dorthin kennen, oder wenigstens jemanden auf meiner Seite haben, der diesen Weg kennt. Thomas will diesen Weg kennen. Er fragt Jesus danach. Und siehe da: Jesus selbst stellt sich als der Weg zum Vater dar. Wer diesen Weg geht, kommt sicher am Ziel an. Was heißt das? Das heißt, wer wie Jesus denkt, redet und handelt, der bleibt auf seinem Weg zum Vater. Jesus ist ja vom Vater ausgegangen und er geht nun zum Vater zurück. Wer sonst als nur ER vermag uns den rechen Weg zum Vater zu zeigen?

Welche Wege wähle ich? Frage ich Jesus nach seinem Weg? Glaube ich Jesus, dass er der sichere Weg zum Vater, in den Himmel ist? Schaue ich täglich auf Jesus, um von seinem Weg nicht abzuweichen? Wie ist mein Denken? Entspricht sie dem Denken Gottes? Wie spreche ich? Wie viele unnütze Worte spreche ich aus? Überlege ich mir, was ich sagen soll? Ahme ich das Vorbild Jesu nach? Was fällt mir dabei schwer?

  1. Glaubt mir doch!

Jesus staunt über den Unglauben seiner Jünger. Er fordert sie auf: Glaubt an Gott, und glaubt an mich! Glaubt mir doch! Nur durch den Glauben können wir unsere persönliche Beziehung zu Jesus tagtäglich leben. Und gerade sie ist das entscheidende für den Glauben an Gott. Wer Jesus sieht, der sieht Gott, den Vater. Wer Jesus hört, der hört den Vaters. Wer die Wunder Jesus erfährt, der bekommt die barmherzige Liebe des Vaters zu spüren. Ich darf jeden Tag in der Gegenwart Jesus verbringen. Ich darf jeden Tag mit Gott selbst leben! Was für ein Wunder?

Wie stark ist mein Glaube? Bitte ich Gott, dass er mich im Glauben stärke? Habe ich eine persönliche Beziehung zu Jesus? Pflege ich sie? Welche Worte Jesu gaben mir Kraft für den weiteren Weg? Wo kann ich Jesus „sehen“?  Was hat er mir in der letzten Zeit geschenkt? Kann ich darüber staunen, dass er mein Leben mit mir teilen will? Lasse ich es zu? Welche Werke kann ich im Namen Jesu vollbringen?

Lobpreis

Herr, wohin sonst
sollten wir gehen?
Wo auf der Welt fänden wir Glück?
Niemand, kein Mensch
kann und soviel geben wie du
du führst uns zum Leben zurück
nur du
nur du schenkst uns Lebensglück

Aus deinem Mund höre ich das schönste Liebeslied
an deinem Ohr darf ich sagen, was die Seele fühlt
an deiner Hand kann ich fallen, und du hältst mich fest
an deinem Tisch wird mein Hunger gestillt

Herr, wohin sonst
sollten wir gehen
wo auf der Welt fänden wir Glück?
Niemand, kein Mensch
kann uns so viel geben wie du
du führst uns zum Leben zurück
nur du
nur du schenkst uns Lebensglück

Vorsatz

Ich versuche bewusst mit Jesus zu leben.

 

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Betrachtung zum 4. Ostersonntag A

2020/05/01 weniger...

Die Tür zum Leben…

In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten;
ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben
(Joh 10,1-10).

Gebet

Herr Jesus Christus, du bist der gute Hirt. Bei dir fehlt es uns an nichts. Du sorgst für uns. Du leitest und begleitest uns. Und wenn wir nicht weiter mögen, trägst du uns auf deinen Schultern. Wenn wir uns aber verirren, gehst du uns nach, bis du uns findest. Jesus Christus, schenke uns deinen Heiligen Geist, den Geist der Wahrheit und der Dankbarkeit. Er lasse uns Freude an dir erfahren und erfülle unseren Mund mit Lobpreis. Heiliger Geist, durchflute uns mit deinem Feuer! Entfache und schaffe uns neu!

Persönliche Lektüre

Ich freue mich, dass Jesus, der gute Hirt, heute zu mir kommt und mit mir sprechen will… Ich höre aufmerksam seinem Wort zu… Ich lasse mich von ihm ansprechen… Ich verweile bei den Worten oder Sätzen, die mich berühren… Ich nehme mir Zeit dafür. Ich werde still… Ja, ich freue mich über den Herrn! 

Gedanken zur Betrachtung

1.     Diebe, Räuber und Fremde…

Irgendwie passen diese Leute nicht zum heutigen Evangelium vom guten Hirten. Jesus nennt sie aber bewusst beim Namen, weil sie eine grosse Gefahr für seine Herde (Kirche) darstellen. Diese Menschen wollen nur stehlen, schlachten und vernichten. Sie weiden sich selbst, statt die Schafe, die ihnen anvertraut worden sind. Ihnen geht es letztendlich um sich selbst. Sie haben eigene Vorstellungen von Gott und seiner Art, wie er die Menschen retten bzw. für sie da sein sollte. Statt Jesus, den gekreuzigten und auferstandenen Herrn zu verkünden, reduzieren sie ihn auf einen Revolutionär in bestehenden Umständen und gutes Vorbild in der Sozialarbeit. Die Sakramente wie Taufe, Beichte oder Eucharistiefeier sind für sie keine echte Begegnung mehr mit dem Auferstandenen. Eigentlich muss man sie nicht mehr haben, weil man sich sowieso nur das aus dem kirchlichen Leben nimmt, was einem passt. So bestiehlt man die Gläubigen um die wahren Schätze der Kirche, und vernichtet damit das Leben, das über den Tod hinausgeht.

Mit welchen Hirten (Seelsorgern) habe ich in der Kirche, in meiner Pfarrei, zu tun? Führen sie mich zu Jesus oder suche sie nur die eigene Ehre? Was verkünden sie mir? Welches Bild von Gott vermitteln sie mir? Erziehen sie mich zu den Sakramenten, den sicheren Quellen der Gnade? Bete ich für sie? Habe ich den Mut, sie zurechtzuweisen? Bin ich für die guten Hirten dankbar? Bete ich um neue Berufungen zum Priesteramt? 

2.     Die Stimme des Hirten…

Die Beziehung zu Jesus, dem guten (schönen) Hirten besteht nur dann, wenn wir mit ihm reden, wenn wir auf seine Stimme hören. Das muss man aber erlernen. Erst dann kann man die richtige, eben seine Stimme erkennen und ihr folgen. Sie ist eine liebevolle und eine anspruchsvolle Stimme zugleich! Jesus kennt unsere Namen, wir sind für ihn nicht anonym und fremd! Er kennt unsere Lebensgeschichte und weiß am besten, was uns guttut. Er spricht nicht nur schöne Worte. Er lebt sie und geht uns voraus. Er bahnt den Weg für uns.

Wie sieht meine heutige Beziehung zu Jesus, dem guten Hirten, aus? Wie oft sprechen wir miteinander? Kenn ich seine Stimme gut? Kann ich sie von anderen Stimmen unterscheiden? Habe ich die Bibel zu Hause? Lese ich darin regelmäßig (täglich)? Wie versuche ich, meine Beziehung zum guten Hirten zu vertiefen? Höre ich nur die Stimme Jesu, oder folge ich ihm auch, wohin er auch geht? Freue ich mich darüber, dass Jesus meinen Namen, meine Geschichte, kennt? Wie spreche ich seinen Namen aus? Lasse ich mich von ihm herausfordern und leiten? 

3.     Die Tür zum Leben…

Täglich gehen wir durch viele Türen ein und aus. Manchmal wissen wir nicht, was uns hinter einer Tür erwartet. Manchmal ist es für uns schwer, an eine Tür anzuklopfen… Manchmal halten wir bewusst viele Türen verschlossen, um uns zu schützen. Jesus ist die einzige Tür zum Vater. Wer durch ihn hindurch geht, der wird gerettet, der findet gute Weiden, der wir das Leben selbst finden, das Leben in Fülle, das ewige Leben. Warum? Weil Jesus, der gute Hirt, durch seinen Tod und durch seine Auferstehung uns gerettet hat. Er ist immer bereit, uns zu schützen und uns zu retten, wenn der Böse (der Wolf) uns schaden will.

Welche Türen betrete ich jeden Tag? Führen sie mich zum wahren Leben? Welche Türen soll ich unbedingt verschlossen halten, weil sie mich immer wieder zu Fall bringen? An welche Tür soll ich heute anklopfen, mit wem einen Neuanfang wagen? Ist Jesus die einzige Tür, durch die ich hindurchgehen will? Habe ich bei ihm Rettung und Schutz erfahren? Wann? Wie? Wie schenkt mir Jesus das Leben, das Leben in Fülle? Habe ich Freude an diesem Leben?  Warum (nicht)? 

Lobpreis – Ps 23

Der Herr ist mein Hirte,

nichts wird mir fehlen.

Er lässt mich lagern auf grünen Auen

und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Er stillt mein Verlangen;

er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht,

ich fürchte kein Unheil;

denn du bist bei mir, 

dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.

Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde.

Du salbst mein Haupt mit Öl,

du füllst mir reichlich den Becher.

Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang

und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.

Vorsatz

Ich bete jeden Tag für die Hirten der Kirche und um neue Berufungen.

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Betrachtung zum 3. Ostersonntag A

2020/04/24 weniger...

Mit Jesus wird alles neu

In jener Zeit offenbarte Jesus sich den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war (Joh 21,1-19). 

Gebet

Jesus Christus, du bist der auferstandene Herr! Du lebst! Du willst mitten unter uns leben. Du willst mit uns leben. Du willst uns in unserem Alltag begleiten und unterstützen. Wie blind sind oft unsere Augen, die deine Gegenwart nicht erkennen! Wie kalt sind oft unser Herzen, die dich und deine Wunder nicht wahrnehmen! Erfülle uns heute neu mit deinem Heiligen Geist! Er schenke uns neue Augen, damit wir dich sehen können. Er schenke uns ein neues, hörendes Herz, damit wir dich spüren können. Heiliger Geist, durchglühe uns mit deinem Feuer, damit wir zu neuen Menschen werden, die aus der Kraft der Auferstehung Jesu leben. 

Persönliche Lektüre

Jesus, du sprichst mich mit deinem guten Wort zärtlich an. Ich bin dein Kind. Das macht mir Freude. Wie nötig habe ich heute deine Zärtlichkeit! Wie gut tut es mir, dass du dich für mein alltägliches Leben interessierst! Herr, schaffe mich heut neu, damit ich mit dir leben kann. Hilf mir, deine Auferstehung in meinem Leben ernst zu nehmen und aus deiner Kraft zu leben. Ich bin ganz für dich da!

Gedanken zur Betrachtung

  1. Mein Osterleben…

Simon Petrus hat den Auferstandenen am dritten Tag nach seinem Tod im Abendmahlssaal gesehen. Gemäß dem Evangelium ist ihm Jesus persönlich erschienen. Eine Woche später war Jesus wieder im Abendmahlssaal zu sehen, um Thomas von seinen Zweifeln zu befreien. Nun kehren die Jünger Jesus nach Galiläa zurück. Das heißt sie kehren in ihren Alltag zurück. Hat aber die Begegnung mit dem auferstandenen Jesus ihr Leben geändert? Wurden sie zu österlichen Jüngern? Führen sie von nun an ein Osterleben? Eigentlich nicht. Sie sind wieder in den alten Trott verfallen. Sie gehen einfach Fische fischen. Sie sollten aber Menschen fangen. Wie schwierig ist es, ein neues Leben mit dem auferstandenen Herrn anzufangen und uns ihm zur Verfügung  zu stellen! Wie stark ist die Macht unserer alten Gewohnheiten!

Wie habe ich Ostern erlebt? Bin ich wirklich persönlich Jesus, dem Auferstandenen begegnet? Wo und wie? Was hat dies in meinem Leben bewirkt? Hat dies einen Einfluss auf mein jetziges Leben? Was mache ich wie bisher? Warum? Glaube ich daran, dass ich alles mit Jesus tun darf, auch all das, was ich bis jetzt gemacht habe? Warum lasse ich Jesus nicht in mein konkretes Leben hinein? Was befürchte ich?

  1. Dem Wort des Herrn gehorchen

Die Jünger Jesu müssen auch lernen, Ostern in ihrem Alltag zu leben. Was heißt das konkret? Sie müssen ihren Alltag mit Jesus leben lernen, gestalten können. Konkret: Sie müssen Jesus, ihr Leben mitbestimmen lassen. Wenn er alles für sie durch seinen Tod und seine Auferstehung getan hat, dann sollen sie auch alles für ihn tun. Auf die Liebe Jesu sollen sie mit ihrer Liebe antworten. Sie sollen nicht mehr nur mit sich selbst rechnen. Sie sollen sich nicht mehr nur auf sich selbst verlassen. Sie sollen endlich Jesus fragen, was sie tun sollen, was sein Wille ist.  Sie sollen (neu) das Vater Unser neu beten, in dem es heißt: Vater, dein Wille  geschehe… Er steht ja am Ufer unseres Lebens und ist immer bereit, uns zu helfen. Als die Jünger wieder ( einmal)auf sein Wort hören, werden ihre Netze voll.

Glaube ich daran, dass Jesus auch in meinem grauen Alltag gegenwärtig ist? Habe ich die Bibel zu Hause? Habe ich meine persönliche Bibel? Höre ich nach Ostern vermehrt auf das Wort Gottes? Wie oft nehme ich bewusst die Bibel zur Hand und lese darin? Lasse ich mein Denken von Jesus prägen? Lebe ich nach seinem Wort? Wo habe ich erfahren, dass sein Wort wahr ist? Was habe ich nach Ostern bewusst mit Jesus getan? Welchem Wort Jesu will ich nicht gehorchen? Warum?

  1. Er ist der Herr!

Es ist der Herr! Johannes spürt sofort, wer am Ufer des Sees steht. Er lässt sich von Wort und Tat Jesu ansprechen. Er erkennt Jesus und glaubt! Mehr noch, er bezeugt dies vor den Anderen. Als Petrus sein Zeugnis vernahm, warf er sich ins Meer, um Jesus so schnell wie möglich zu begegnen. Er wollte mit ihm allein sein. Er brauchte diesen Augenblick, um später dem auferstandenen Herrn seine ehrliche Liebe vor den Anderen bekennen zu können. Nun glaubt auch er: Herr, du weißt alles. Du weißt, dass ich dich liebe, bekennt er nach dem Frühstück mit dem Auferstandenen. Nun ist er bereit den alten Beruf definitiv aufzugeben, um zum Menschenfischer zu werden. Sein Zeugnis soll alle Menschen erreichen (153 Fische) und sie für Jesus und sein Evangelium gewinnen.

Glaube ich wirklich Jesus? Nehme ich seine Gegenwart in meinem Leben wahr und ernst? Lasse ich mir von ihm helfen, mich von ihm begleiten? Höre ich auf das Zeugnis der Anderen, um tiefer glauben zu können? Gebe ich selbst Zeugnis von der Auferstehung Jesu in meinem persönlichen Leben? Wie sehen meine Begegnungen mit Jesus, dem Auferstandenen aus? Was ändern sie in meinem Leben? Was will ich heute Jesus sagen? Was will ich für ihn tun?

Lobpreis

Mein Jesus, mein Retter,
keiner ist so wie du.
Lobpreis sei dir, jeden Tag mehr,
für deine große Liebe, Herr.
Mein Tröster, mein Helfer,
du bist mir Zuflucht und Kraft.
Alles in mir beugt sich vor dir.
Du bist hoch erhoben, Herr!

Ruft zu dem Herrn, alle Enden der Welt!
Ehre und Dank dem, der alles erhält.
Himmel und Erde erhebt ihn und singt,
wenn sein Name erklingt.
Wir preisen dich, du hast Großes getan.
Wir kommen vor dich und beten an.
Dank sei dir, Herr, du bist unvergleichlich gut.
Vorsatz

Ich frage Jesus (sein Wort) jeden Tag neu, was ich für ihn tun darf/soll?

 

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Der letzte Rettungsanker…

2020/04/18 weniger...

Jesus sagte zur heiligen Schwester Faustina: „Ich gebe der Menschheit den letzten Rettungsanker – die Zuflucht zu meiner Barmherzigkeit. Mein Herz freut sich über diesen Feiertag (TB 998)”. Ich wünsche, dass der erste Sonntag nach Ostern zum Fest der Barmherzigkeit wird (TB 299). Ich wünsche, dass das Fest der Barmherzigkeit Zuflucht und Unterschlupf für alle Seelen wird, besonders für die armen Sünder. An diesem Tag ist das Innere Meiner Barmherzigkeit geöffnet; Ich ergieße ein ganzes Meer von Gnaden über jene Seelen, die sich der Quelle Meiner Barmherzigkeit nähern. Jene Seele, die beichtet und die heilige Kommunion empfängt, erhält vollkommenen Nachlass der Schuld und der Strafen; an diesem Tag stehen alle Schleusen Gottes offen, durch die Gnaden fließen (TB 699).

Wie nötig haben wir alle diesen Rettungsanker! Freuen wir uns mit Jesus über dieses Fest der göttlichen Barmherzigkeit und schöpfen wir reichlich aus dem Ozean der Barmherzigkeit Gottes. Tun wir dies für uns und für alle Menschen auf der ganzen Welt. Mögen alle erfahren, wie gütig und barmherzig das Herz Jesu ist. Jesus, ich vertraue auf dich!

Wie kann das geschehene, da die Gottesdienste nicht gefeiert werden dürfen? Wir können einem Gottesdienst beiwohnen, der gerade an diesem Tag übertragen wird per Radio oder Fernsehen oder auch im Internet. Wir sollen uns aber als Familie, ja als Hauskirche, versammeln und den auferstandenen Herrn bitten, dass er zu uns kommt trotz «verschlossenen Türen» (Joh 20,19.26). Für IHN ist dies ja kein Problem. Ihn drängt es ja an diesem Fest der Barmherzigkeit Gottes bei uns zu sein und uns alles zu schenken. Er schenkt uns seinen Frieden. Er haucht uns seinen Geist ein, damit wir zu ihm finden durch Reue und Vergebung. Laden wir ihn zu uns ein. Berühren wir wie Thomas seine verklärten Wunden und bekennen ihn als unseren Herrn und Gott. Beten wir gemeinsam den Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes für uns und für die ganze Welt. Die Strahlen aus dem Herzen Jesus mögen die ganze Welt und jedes menschliche Herz erreichen und verwandeln.

Der Rosenkranz zur Barmherzigkeit Gottes
Vater unser…; Gegrüsst seist du, Maria…; Ich glaube an Gott…

Große Perlen (1x):
Ewiger Vater, ich opfere Dir auf den Leib und das Blut,
die Seele und die Gottheit Deines über alles geliebten Sohnes,
unseres Herrn Jesus Christus,

zur Sühne für unsere Sünden und die Sünden der ganzen Welt.
Kleine Perlen (10x):
Durch Sein schmerzhaftes Leiden
habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.
Zum Schluss (jeweils 3x):
Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott,

habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt.

O Blut und Wasser, aus dem Herzen Jesu als Quelle der Barmherzigkeit für uns entströmt, wir vertrauen auf Dich!

Jesus, ich vertraue auf dich!

Vertrauensakte:

Gott, barmherziger Vater, Du hast Deine Liebe in Deinem Sohn Jesus Christus offenbart und über uns im Heiligen Geist, dem Tröster, ausgegossen, Dir vertrauen wir heute die Geschicke der Welt und jedes Menschen an. Neige Dich zu uns Sündern herab, heile unsere Schwäche,
besiege alles Böse, hilf, dass alle Menschen der Erde Dein Erbarmen erfahren und in Dir, dem dreieinigen Gott, die Quelle der Hoffnung finden.
Ewiger Vater, um des schmerzvollen Leidens und der Auferstehung Deines Sohnes willen, habe Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt. Amen.

 

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Betrachtung zum 2. Ostersonntag A

2020/04/17 weniger...

Der barmherzige Jesus…

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte,
hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten. Thomas, der Dídymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm: Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen
(Joh 20,19-31).

 

Gebet

Herr Jesus Christus, dein Erbarmen kennt keine Grenzen. Du kommst immer wieder auf uns zu, um unsere Herzen mit deiner Vergebung zu erreichen. Danke, dass du uns nie aufgibst. Danke, dass du so geduldig mit uns bist. Danke, dass wir für dich so unendlich wichtig sind. Danke, dass du alles für uns gewagt hast. Sende uns deinen Heiligen Geist, damit wir uns für deine Barmherzigkeit öffnen und sie weiterschenken können. Mache uns lebendig und sende uns aus, zu allen, die dich heute brauchen. Komm, Heiliger Geist und durchglühe uns mit deinem Feuer. Entfache uns neu und mache uns zu freudenvollen Zeugen der Auferstehung Jesu!

 

Persönliche Lektüre

Jesus, du kommst nun zu mir. Du nimmst dir Zeit für mich, damit ich zum Glauben komme, im Glauben gestärkt werde. Du bist mein Herr und mein Gott. Auch ich bin ganz da für dich. Rede du zu meinem Herzen. Lass mich dich berühren. Heile mich von meinem Unglauben. Schenke mir den Geist der Freude, den Geist der Stärke, deinen Heiligen Geist! Hauche mich an, dass ich mich von dir befreien lasse von mir selbst…

 

Gedanken zur Betrachtung

  1. Mitten drin

Die Jünger Jesu sind zusammen. Sie haben Angst vor den Juden. Sie wollen nicht wie Jesus verfolgt und gekreuzigt werden. Sie sind am Ende. Ihr Meister war weg. Mehr noch, die Frauen berichteten, dass er lebe. Ihnen glaubt aber niemand. Plötzlich kommt Jesus in ihre Mitte und wünscht ihnen Frieden. Er ist einfach da. Er zeigt ihnen seine Hände und seine Seite. Sie machen eine wunderbare Erfahrung: Jesus, der Auferstandene ist da, mitten unter ihnen, mitten in ihren Problemen und Sorgen. Sie müssen nichts verstecken. Sie müssen nichts aussprechen, nichts zugeben. Er kennt sie ja durch und durch. Darum bringt er ihnen seinen Frieden, ein tiefes Vertrauen, dass er da ist und ihr Leben kennt, dass sie damit nicht allein bleiben müssen. Friede sei mit euch!

Wovor habe ich Angst? Wer macht mir Angst? Spreche ich mit den Mitmenschen über das, was mich beschäftigt, was schwierig für mich ist? Kann ich mich vor der Gemeinschaft aussprechen? Höre ich auf das Zeugnis der anderen? Nehme ich es ernst? Wie gehe ich mit meinen Zweifeln und Krisensituationen um? Glaube ich daran, dass Jesus sie kennt? Freue ich mich darüber, dass er bei mir ist? Nehme ich seinen Frieden wahr? Nehme ich ihn an? Wie fühle ich mich in der Gegenwart des auferstandenen Jesus?

  1. Befreiung Gottes

Jesus haucht seine Jünger an. Nicht nur sie dürfen erfahren, dass er auferstanden sei. Von Jesus her ausgesandt, sollen die Jünger allen Menschen die Befreiung, die Vergebung der Sünden verkünden und spenden. Jeder Mensch, der sich für diese Gabe öffnet, darf die Barmherzigkeit Gottes erfahren, die allen zuteil werden will. Jesus, der barmherzige Herr, will die Menschen zu neuem Leben befreien, sie aus den Ketten der Sünden befreien und ihnen ein Leben im Frieden schenken. Nur Gott kann die Sünden vergeben, mit denen wir uns versklaven und vor den anderen verstecken wollen. Jeden Tag müssen wir neu den Heiligen Geist empfangen, um erfahren zu können, dass die Barmherzigkeit Gottes jeden Morgen neu ist und auf uns wartet.

Lebe ich aus dem Geist Gottes, aus dem Heiligen Geist? Wie oft bete ich um seine Gaben? Habe ich schon den Atem Gottes gespürt und an mir wirken lassen? Wann habe ich eine echte Befreiung von meinen Sünden erfahren? Kann ich mir selbst vergeben? Kann ich den Mitmenschen vergeben, Erbarmen mit ihnen haben? Habe ich heute Frieden im Herzen? Was verstecke ich schon lange vor den anderen, vor mir selbst, vor Gott? Was soll ich heute Gott anvertrauen, bekennen, um frei zu werden? Lasse ich mich heute vom barmherzigen Jesus befreien? Will ich wirklich frei werden?

  1. Selig die Glaubenden

Jesus hat Geduld mit uns Menschen. Für ihn ist jeder wichtig. Er nimmt sich Zeit für jeden einzelnen (siehe Thomas!). Jeder Mensch hat seinen eigenen Weg zum Glauben, zum Auferstandenen! Jesus preist aber jene selig, glücklich, die ihm auch dann vertrauen, wenn sie keine Beweise haben, wenn sie seinem Wort vertrauen, wenn sie sich auf das Zeugnis der anderen verlassen. Wer glaubt, dass Jesus, der Messias, der Sohn Gottes ist, der hat das Leben in seinem Namen, der kommt zum Leben schon heute und wird einst zum Leben in der Ewigkeit erweckt. Mein Herr und mein Gott bist du, Jesus, du allein!

Danke ich Gott für seine Geduld mit mir? Traue ich dem Weg auf den mich Jesus führt zu? Kann ich die anderen auf dem Weg ihres Glaubens geduldig begleiten? Lass ich sie ihren Weg mit Gott gehen? Wann hat mich Jesus im Glauben gestärkt? Wodurch? Durch wen? Kann ich Jesus vor den anderen bezeugen? Ist Jesus für mich der Sohn Gottes? Wo zweifle ich noch an Gott und seiner Liebe? Kann ich heute trotz allem bekennen: Jesus, du bist meine Herr und mein Gott?

 

Lobpreis

Hier bin ich, klein vor deiner Herrlichkeit.

Deine Gnade hat mich befreit!

Hier bin ich, kenne meine Sünde gut,

doch du machst mich rein durch dein Blut.

 

Ich fand ja die allergrößte Liebe da,

wo du dein Leben gabst,

das größte Opfer warst.

 

Majestät, Majestät,

ich bin, wie deine Gnade mich fand,

leer und dennoch leb ich in deiner Hand.

 

Hier bin ich, demütig, weil du mich liebst.

Vergeben kann ich, weil du vergibst.

Hier bin ich, weiß nur, dich verlangt nach mir,

geheiligt durch das Feuer in dir.

 

Majestät, Majestät,

verändert bin ich für alle Zeit in der

Nähe deiner Herrlichkeit, Majestät.


Vorsatz

Beim Empfang jeder heiligen Kommunion bekenne ich immer: Mein Herr und mein Gott!

 

 

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Betrachtung zum Ostersonntag A

2020/04/10 weniger...

Fürchtet euch nicht!

Nach dem Sabbat kamen in der Morgendämmerung des ersten Tages der Woche Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. Plötzlich entstand ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. Seine Gestalt leuchtete wie ein Blitz, und sein Gewand war weiß wie Schnee. Die Wächter begannen vor Angst zu zittern und fielen wie tot zu Boden. Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht! Ich weiß, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her und seht euch die Stelle an, wo er lag. Dann geht schnell zu seinen Jüngern und sagt ihnen: Er ist von den Toten auferstanden. Er geht euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt. Sogleich verließen sie das Grab und eilten voll Furcht und großer Freude zu seinen Jüngern, um ihnen die Botschaft zu verkünden. Plötzlich kam ihnen Jesus entgegen und sagte: Seid gegrüßt! Sie gingen auf ihn zu, warfen sich vor ihm nieder und umfassten seine Füße. Da sagte Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa gehen, und dort werden sie mich sehen (Mt 28,1-12).

Gebet

Herr Jesus Christus, du hältst dein Wort. Nach deinem Wort bist du am dritten Tag von den Toten auferstanden. Das Grab konnte dich nicht zurückhalten. Du bist stärker als der Tod! Du bist ja der Sieger über den Tod, über die Sünde und den Teufel! Herr, du willst auch in uns auferstehen. Stärke unseren Glauben an deinen Sieg in uns. Rufe uns zum neuen Leben mit dir. Nimm alle Angst von uns weg. Mache uns zu glaubwürdigen Zeugen deiner Auferstehung. Sende uns deinen Heiligen Geist, damit wir Neues wagen. Heiliger Geist, du Geist des Lebens, mache uns lebendig. Sende uns aus, zu allen, die heute keine Freude und kein Leben mehr in ihren Herzen verspüren. Heiliger Geist, schaffe uns heute neu!

Persönliche Lektüre

Jesus, du lebst. Du begegnest mir an jedem Tag neu. Öffne mich für deine Gegenwart. Öffne mich für dein lebendiges Wort. Berühre mich in der Tiefe meines Herzens. Ich umarme dich und lasse mich von dir umarmen. Du schenkst mir neues Leben. Ich preise dich und lasse mich in die Freiheit führen. Halleluja.

Gedanken zur Betrachtung

  1. Leben am Ort des Todes…

Die Frauen wollten den letzten Liebesdienst an Jesus tun. Sie sind zu seinem Grab gekommen, um seinen Leichnam zu salben. Dort am Grab gab es kein Leben, keine Hoffnung mehr. Jesus war ja tot. Sie haben es selbst am Freitag erfahren. Und plötzlich mitten im Tod geschieht die Auferstehung. Die Frauen dürfen sie miterleben. Dort, wo alles abgestorben und tot zu sein scheint, entsteht neues Leben. Gott tritt gewaltig gegen den Tod auf. Die Erde bebt, der Engel Gottes kommt vom Himmel herab, wälzt den Stein vom Grab weg und setzt ​sich darauf. Jesus ist der Herr! Sein Grab ist leer. Alles fängt neu an…

Kenn ich d​ie Gräber meines Lebens? Wo habe ich keine Hoffnung mehr? Wo verspüre ich kein Leben mehr? Warum? Was ist in mir geschehen? Habe ich den Mut der Frauen, die nach dem Grab Jesu sehen wollten? Haben ich den Mut allem, was tot und abgestorben in mir ist, ins Auge zu blicken? Lass ich zu, dass Gott meinem Tod ein Ende setzt: gewaltig und unwiderruflich? Glaube ich daran, dass er dies heute für mich tut?    

  1. Fürchtet euch nicht!

Jesus lebt. Er ist auferstanden! Jene, die den Toten bewachen und an keine Auferstehung glauben, die im Tod bleiben wollen, erschrecken vor Angst und fallen wie tot zu Boden. Sie lassen es nicht zu! Sie wollen es nicht wahrhaben. Die Frauen hören aber aus dem Mund des Engels, dann aus dem Mund von Jesu selbst: Fürchtet euch nicht! Sie dürfen sich sagen lassen: Jesus ist auferstanden! Sie dürfen das leere Grab als Beweis seiner Auferstehung anschauen. Mehr noch, sie dürfen dem Auferstandenen Je​sus selbst begegnen. Sie dürfen seine Füße umfassen und das neue Leben ans Herz drücken. Sie bleiben nicht beim Tod. Sie erfahren das Leben und nehmen es an. Sie freuen sich unendlich! Jede Angst, die sie bis jetzt gelähmt hat, ist weg.

Wo bleib​e ich im Tod und will mich nicht ändern? Wo will ich um jeden Preis beim Alten bleiben? Wo bewache ich meine Verletzungen und Wunden, meine Probleme und Schwierigkeiten? Wo will ich alles unter Kontrolle haben? Was will ich nicht loslassen? Will ich wirklich die Auferstehung Jesu an mir und in mir erfahren? Glaube ich daran, dass dies heut möglich ist? Wovor habe ich noch Angst? Warum? Lasse ich Jesus, mich von jeder Angst zu befreien? Bin ich wirklich frei? Kann ich mich von dem Auferstandenen umarmen lassen?

  1. Geht und sagt es meinen Brüdern…

Die Frauen erfahren selbst die Auferstehung Jesu, sie erfahren den Auferstandenen persönlich. Sie werden dann beauftragt, zu den anderen zu gehen und ihnen diese Freude über das neue Leben zu verkünden. Ja, die Frauen sollen zuerst den Jüngern Jesu diese Frohbotschaft bringen: Jesus lebt! Dann dürfen sie alle in ihrer Heimat, in Galiläa, mitten in ihrem Alltag, dem auferstandenen Herrn immer wieder neu begegnen. Jetzt wird alles anders sein. Die Umstände bleiben vielleicht gleich, die Lebensverhältnisse ändern sich nicht sofort, der Alltag bleibt manchmal immer noch grau, die Jünger Jesu aber werden zu neuen Menschen, die in der Kraft Jesu alles verwandeln können. Mehr noch, sie haben den Mut, den anderen den auferstandenen Herrn zu verkünden und ihnen in den Sakramenten Anteil an seinem Sieg zu geben.

Wo erfahre ich in meinem Leben die Auferstehung Jesu? Wer hat sie mir verkündet? Was hat sie in meinem Leben geändert? Wem habe ich sie verkündet? Wie habe ich dies getan? Begegne ich jeden Tag dem auferstandenen Herrn in meiner Heimat, in meinem Herzen? Schöpfe ich daraus Kraft, um anders zu leben und Neues zu wagen? Was will ich konkret ändern, wo ein völlig anderes, neues Leben beginnen?

Lobpreis

Ruft zu dem Herrn, alle Enden der Welt!
Ehre und Dank dem, der alles erhält.
Himmel und Erde erhebt ihn und singt,
wenn sein Name erklingt.
Wir preisen dich, du hast Großes getan.
Wir kommen vor dich und beten an.
Dank sei dir, Herr, du bist unvergleichlich gut.

Mein Jesus, mein Retter,
keiner ist so wie du.
Lobpreis sei dir, jeden Tag mehr,
für deine große Liebe, Herr.
Mein Tröster, mein Helfer,
du bist mir Zuflucht und Kraft.
Alles in mir beugt sich vor dir.
Du bist hoch erhoben, Herr!


Vorsatz

Ich verkünde jemandem die frohe Botschaft vom auferstandenen Herrn!

 

 

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Betrachtung zum Palmsonntag A

2020/04/04 weniger...

Mein König kommt…

Als sich Jesus mit seinen Begleitern Jerusalem näherte und nach Betfage am Ölberg kam, schickte er zwei Jünger voraus und sagte zu ihnen: Geht in das Dorf, das vor euch liegt; dort werdet ihr eine Eselin angebunden finden und ein Fohlen bei ihr. Bindet sie los, und bringt sie zu mir! Und wenn euch jemand zur Rede stellt, dann sagt: Der Herr braucht sie, er lässt sie aber bald zurückbringen. Das ist geschehen, damit sich erfüllte, was durch den Propheten gesagt worden ist: Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist friedfertig, und er reitet auf einer Eselin und auf einem Fohlen, dem Jungen eines Lasttiers. Die Jünger gingen und taten, was Jesus ihnen aufgetragen hatte. Sie brachten die Eselin und das Fohlen, legten ihre Kleider auf sie, und er setzte sich darauf. Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung, und man fragte: Wer ist das? Die Leute sagten: Das ist der Prophet Jesus von Nazaret in Galiläa (Mt 21,1-11).

Gebet

Herr Jesus Christus, du kommst in die Stadt Jerusalem, um das Werk des Vater zu vollenden. Du bist der wahre König des Friedens. Du bist unser König. Erfülle unsere Herzen mit Freude, damit wir dich liebevoll empfangen und dir folgen können. Schenke uns deinen Heiligen Geist, damit wir dich und dein Wirken verstehen. Er erneuere unsere Beziehung zu dir und erfülle uns mit seinem Feuer, damit wir das Evangelium leben und bezeugen können. Komm, Heiliger Geist, komme und durchflute unsere Herzen; ruhe auf unserem ganzen Leben.

Persönliche Lektüre

Jesus Christus, du kommst jetzt in mein Herz. Ich freue mich über deine Gegenwart. Du hast Zeit für mich. Du willst bei mir bleiben, mit mir sprechen, mir helfen. Du bist so grosszügig zu mir. Sei willkommen, Herr, in meinem Leben. Dir öffne ich mich ganz. Erfülle mich mit deinem Geist, dass ich ganz Ohr für dich werde. Heiliger Geist, gib mir ein hörendes Herz. Ich werde still… Ich höre Jesus zu…

Gedanken zur Betrachtung

  1. Hosanna dem Sohn Davids!

Die Menschenmenge freut sich über das Kommen Jesu in die Stadt Jerusalem. Sie verbindet mit ihm ihre Hoffnungen auf einen Erlöser, der sie aus der Sklaverei der Römer befreien und ihnen ein gutes Leben sichern wird. Ja, sie begrüsst ihn als den Sohn Davids, der im Namen Gottes kommt. Sie begrüsst ihn als ihren König mit diesem Fleh- oder Jubelruf «Hosanna»! Es bedeutet so viel wie «hilf doch», «rette uns», «sei gesegnet». Die Gegenwart Jesu setzt alle Menschen in Jerusalem in Bewegung. Sie freuen sich sehr, dass sie das Kommen des versprochenen Retters erleben dürfen. Sie freuen sich über den Propheten Jesus aus Nazaret!

Und ich, freue ich mich über die Gegenwart Jesu im Leben der Kirche, in meinem persönlichen Leben? Wann habe ich Jesus das letzte Mal mit Jubel und Freude empfangen? Ist die Freude über Jesus, meinen König, in meinem Leben sichtbar? Kann ich mit ihr die Menschen anstecken? Kenne ich diese echte, christliche Freude über den Sieg Jesu?

  1. Dein König kommt zu dir.

Tatsächlich reitet Jesus auf einem Esel als König in die Stadt hinein. Er ist aber eine anderer König als die Menschen sich das vorstellen. Er ist friedfertig und demütig. Er will die Herzen der Menschen erreichen und sucht nicht nach irdischer Macht und Herrschaft. Er ist der König, der am Kreuz sterben wird, ein König, der am Karfreitag von den gleichen Menschen, die ihn jetzt begrüssen, verworfen wird. Wenn wir ihm heute zujubeln und ihn mit Freude empfangen, wenn wir uns vor ihm beugen und ihn mit den Palmzweigen als Sieger begrüssen, dürfen wir das nicht vergessen. Mit unseren Mänteln legen wir unsere Wünsche und Vorstellungen vor die Füsse Jesus. Mit unserem Ruf «Hosanna» erbitten wir von ihm die Rettung und das Heil für jeden Menschen. Ja, wir sind bereit, seine Herrschaft anzunehmen, wie er sie verwirklicht.

Wer ist Jesus für mich zu Beginn der Karwoche 2020?  Ist er wirklich mein König? Was habe ich seiner milden Herrschaft noch nicht unterworfen? Was will ich heute zu den Füssen Jesu legen? Wenn ich heute einen Palmzweig hinter das Kreuz stecke, bekenne ich mich bewusst zu Jesus, meinem König!

  1. Einer von euch wird mich verraten…

Die Jünger Jesu begleiteten ihn auch auf dem Weg nach Jerusalem. Sie sangen auch das Hosanna. Und doch einer von ihnen, Judas Iskariot, entschied sich ihn zu verraten. Er tat es mit einem Kuss, mit diesem Zeichen der Freundschaft und der Liebe. Dann floh er wie auch die anderen Apostel. Jesus mussten den Weg des Kreuzes allein gehen. Verlassen sein von den Menschen, denen man so nahe ist, denen man alles anvertraut, das ist schmerzlich, das tut sehr weh. Besonders in der Karwoche rechnet Jesus mit uns. Fliehen wir nicht wie die Jünger damals, halten wir uns fest an Jesus, halten wir alles mit Jesus aus auch für jene, die heute schwer zu tragen haben.

Halte ich heute zu Jesus? Kann ich in der Öffentlichkeit zu ihm stehen? Wo verrate ich ihn? Wo lasse ich ihn allein? Kann ich mich auch in schweren Zeiten auf Jesus verlassen? Werde ich ihn in dieser Karwoche begleiten bis zum Kreuz, bis zu seinem Sieg am Ostermorgen?

Lobpreis

Wer kann genug dich preisen

Wer tief genug sich beugen vor dir

Wessen Hand ist vor dir rein

Himmlische Majestät

Alles, was groß ist und zählt

Wird vor dir

Bedeutungslos und klein

 

Und ich lege meine Krone

Ich lege meinen Tag

Ich lege meine Träume und alles, was ich hab

Vor die Füße Jesu, vor die Füße Jesu

 

Wer kann dein Kreuz begreifen

Wer je so tief sich beugen wie du

Wer erkennt was du getan

Maßlosen Reichtum und Würde

Legtest du ab, zur Erde kamst du

Als Knecht und wurdest arm

 

Und ich lege meine Krone

Ich lege meinen Tag

Ich lege meine Träume und alles, was ich hab

Vor die Füße Jesu, vor die Füße Jesu

Würdig ist da Lamm, würdig ist das Lamm auf dem Thron (4x)

Tag und Nacht unaufhörlich bist du würdig allen Lobes (4x)

 

Und ich lege meine Krone

Ich lege meinen Tag

Ich lege meine Träume und alles, was ich hab

Vor die Füße Jesu, vor die Füße Jesu
Vorsatz

Am Gründonnerstag vertraue ich Jesus alle an, die ihn verraten haben und immer noch verraten…

 

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Betrachtung zum 5. Fastensonntag A

2020/03/27 weniger...

Lazarus, komm heraus!

In jener Zeit war ein Mann krank, Lazarus aus Betanien, dem Dorf, in dem Maria und ihre Schwester Marta wohnten. Maria ist die, die den Herrn mit Öl gesalbt und seine Füße mit ihrem Haar abgetrocknet hat; deren Bruder Lazarus war krank. Daher sandten die Schwestern Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt.Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Die Jünger entgegneten ihm: Rabbi, eben noch wollten dich die Juden steinigen, und du gehst wieder dorthin? Jesus antwortete: Hat der Tag nicht zwölf Stunden? Wenn jemand am Tag umhergeht, stößt er nicht an, weil er das Licht dieser Welt sieht; wenn aber jemand in der Nacht umhergeht, stößt er an, weil das Licht nicht in ihm ist. So sprach er. Dann sagte er zu ihnen: Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken. Da sagten die Jünger zu ihm: Herr, wenn er schläft, dann wird er gesund werden. Jesus hatte aber von seinem Tod gesprochen, während sie meinten, er spreche von dem gewöhnlichen Schlaf. Darauf sagte ihnen Jesus unverhüllt: Lazarus ist gestorben. Und ich freue mich für euch, dass ich nicht dort war; denn ich will, dass ihr glaubt. Doch wir wollen zu ihm gehen. Da sagte Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, zu den anderen Jüngern: Dann lasst uns mit ihm gehen, um mit ihm zu sterben. Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen.Betanien war nahe bei Jerusalem, etwa fünfzehn Stadien entfernt. Viele Juden waren zu Marta und Maria gekommen, um sie wegen ihres Bruders zu trösten. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Nach diesen Worten ging sie weg, rief heimlich ihre Schwester Maria und sagte zu ihr: Der Meister ist da und lässt dich rufen. Als Maria das hörte, stand sie sofort auf und ging zu ihm. Denn Jesus war noch nicht in das Dorf gekommen; er war noch dort, wo ihn Marta getroffen hatte. Die Juden, die bei Maria im Haus waren und sie trösteten, sahen, dass sie plötzlich aufstand und hinausging. Da folgten sie ihr, weil sie meinten, sie gehe zum Grab, um dort zu weinen. Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sagte zu ihm: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Als Jesus sah, wie sie weinte und wie auch die Juden weinten, die mit ihr gekommen waren, war er im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war.Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn (Joh 9,1-41).

Gebet

Herr Jesus Christus, du bist der Freund der Menschen. Du kommst in unsere Welt, um uns deine Liebe und Hilfe, deine Gegenwart anzubieten. Du sehnst dich nach uns. Du willst unsere Herzen mit deiner barmherzigen Liebe erobern. Sende uns deinen Heiligen Geist, damit wir dich erkennen und deine Liebe beantworten können. Mach uns zu deinen Freunden, auf die du dich verlassen kannst, die sich dir ganz und gar anvertrauen können. Heiliger Geist, du ewige Liebe des Vaters und des Sohnes, durchglühe uns und reinige unsere Herzen. Schaffe uns neu und ruhe auf unserem ganzen Leben. Komm, Heiliger Geist, komm!

Persönliche Lektüre

Lieber Jesus, ich danke dir für deine Freundschaft. Du hast Zeit für mich. Du bist immer für mich da. Ich freue mich über deine Gegenwart. Schön, dass es dich gibt. Vor dir will ich mein Herz ausschütten. Ich will auf dein lebendiges Wort hören. Mach mich dazu bereit. Sende mir den Geist der Liebe, dass ich in der Freundschaft zu dir wachsen kann. Heiliger Geist, gieße deine Liebe in meinem Herzen aus und schaffe mich neu.

Gedanken zur Betrachtung

  1. Geschenk der Freundschaft

Jeder Mensch braucht Freunde. Er braucht Menschen, die einfach für ihn da sind, wenn er sie braucht. Er braucht Menschen, die ihn verstehen und ihn gern haben, die ihn auch zurechtweisen können. Er braucht Menschen, bei denen er sein darf, wie er ist ohne Masken und Schminken. Auch Jesus hatte Freunde. Zu ihnen gehörten Lazarus, Maria und Marta. Vor seinem Tod hat er sie immer wieder besucht. Selbst wenn die Jünger ihn nicht immer verstanden haben, bei den Freunden aus Betanien fühlte er sich wohl und geborgen. Nun berufen sich Maria und Marta auf diese innige Freundschaft und lassen sie Jesus zu ihrem kranken Bruder Lazarus rufen. Mit seinen Tränen voller Mitleid zeigt auch Jesus wie wichtig ihm diese Freundschaft ist. Er ist im Innersten erregt und erschüttert.

Habe ich echte Freunde? Bin ich für sie da? Ist auch Jesus mein Freund? Kann ich über alles mit ihm reden? Verlasse ich mich auf ihn in jeder Situation? Vertraue ich mich ihm an? Kann auch Jesus sich auf mich verlassen? Was tue ich, um diese Freundschaft zu pflegen und zu vertiefen?

  1. Sterben lassen

So fragen wir uns: Warum lässt Jesus seinen Freund Lazarus sterben? Er ist ja sein Freund! Jesus weiß aber genau, dass durch Lazarus Krankheit Gott verherrlich wird und seine Allmacht zeigt. Er freut sich sogar, dass er Lazarus nicht von seiner Krankheit geheilt hat. Er hat etwas Größeres im Sinn, nämlich die Stärkung des Glaubens der Apostel. Mehr noch, die Natur zeigt uns, dass das Weizenkorn in der Erde absterben muss, um reiche Frucht bringen zu können. Auch bei uns muss alles absterben, was sich Gott und seiner Gnade widersetzt, damit wir uns für seine Gnade und Liebe öffnen können, damit wir zu neuem, echtem Leben kommen, das vom Geist Gottes bestimmt ist. Das ist keine einfache Sache. Im Namen der Freundschaft mit Jesus ist sie aber möglich.

Was hindert mich heute, die Freundschaft mit Jesus zu leben? Was hindert mich, nach dem Evangelium zu leben? Bin ich bereit alle diese Dinge absterben zu lassen? Wo sehne ich mich heute nach einem neuen Leben? Glaube ich daran, dass nur Jesus mein wahres Leben ist?

  1. Lazarus, komm heraus!

Manchmal merken wir, dass es Dinge gibt, die unsere Freundschaften belasten. Dass wir noch eine Leiche im Keller haben, die wir gerne dort verstecken möchten. Es riecht schon, sagen eben Maria und Marta vom Leichnam ihres Bruders. Sie würden gerne sein Grab nicht öffnen lassen. Doch der Befehl Jesu ist klar: Nehmt den Stein weg! Jesus kann ein neues Leben überall dort schenken, wo wir die Erfahrung des Sterbens und des Todes gemacht haben oder immer noch machen. Nur das, was wir aufdecken, kann durch die Macht Jesu ans Licht und zu neuem Leben kommen. Es ist zwar nicht angenehmen, aber es macht die Erfahrung eines neuen Lebens möglich. Jesus ist die Auferstehung und das Leben. Nicht nur einst nach unserem leiblichen Tod, sondern auch hier und jetzt. Also, komm heraus!

Was belastet mein Leben? Was verstecke ich vor den Anderen und vor Gott selbst? Welche schlechten Gewohnheiten, Sünden oder Laster halten mich gefangen? Welchen Geruch verbreitet heute mein Leben? Ist dies ein lieblicher Duft oder eher ein furchtbarer Gestank? Wo fordert mich heute Jesus auf, herauszukommen?

Lobpreis

Was vereist ist taust Du auf

Bringst zum Leuchten was ergraut.

Was zertrümmert lag, auferbaut

Du machst alles neu.

Was beengt ist machst Du weit

Du erhebst aus Niedrigkeit

Wer gefesselt schläft, wachgeküsst,

Du machst alle frei.

 

Du bist der Frühling für mich

Voller Duft und Farben

Voller Wärme und Licht

Nach den dunklen Tagen

Du singst Dein Lied über mich

Und mein Herz klingt

Und mein Herz singt für Dich.

 

Brunnen, die schon längst versiegt

Und den Bach, der trocken liegt

Füllst Du neu, belebst, erquickst

Was einst frisch verliebt.

Du bist der Frühling für mich

Voller Duft und Farben

Voller Wärme und Licht

Nach den dunklen Tagen

Du singst Dein Lied über mich

Und mein Herz klingt

Und mein Herz singt für Dich.

 

Du bist der Frühling für mich

Voller Duft und Farben

Voller Wärme und Licht

Nach den dunklen Tagen

Du singst Dein Lied über mich

Und mein Herz klingt

Und mein Herz singt für Dich.

Und mein Herz singt für Dich

Mein Herz singt für Dich

Mein Herz singt für Dich

Mein Herz singt für Dich

 

Und Du sprichst

Lass uns laufen

Die Zeit des Wartens ist vorüber

Lass uns singen

Die Zeit der Liebe ist gekommen

Komm Du schöne

Der Winter ist vom Land gewichen

Und ich hab Dir

Die Kälte aus dem Herz genommen

Du sprichst Lass uns laufen

Die Zeit des Wartens ist vorüber

Lass uns singen

Die Zeit der Liebe ist gekommen

Komm Du schöne

Der Winter ist vom Land gewichen

Und ich hab Dir

Die Kälte aus dem Herz genommen

 

Winterwind weicht durch Dein Lied

Und er dreht von Nord nach Süd.

Wenn Du kommst wird alles schön

Und mein Garten blüht

Und mein Garten blüht.

 

Du bist der Frühling für mich

Voller Wärme und Licht

Du singst Dein Lied über mich

Und mein Herz singt für Dich.

Du bist der Frühling für mich

Voller Duft und Farben

Voller Wärme und Licht

Nach den dunklen Tagen

Du singst Dein Lied über mich

Und mein Herz klingt

Und mein Herz singt für Dich

Mein Herz singt für Dich

Mein Herz singt für Dich

Mein Herz singt für Dich

Mein Herz singt für Dich

Vorsatz

Ich erkenne meine Gräber und bitte den Herrn um Erbarmen.

 

 

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Betrachtung zum 4. Fastensonntag A

2020/03/20 weniger...

Neue Augen des Glaubens

In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, so dass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden. Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden? Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach, und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte wieder sehen. Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen. Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet. Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des Geheilten und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr behauptet, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann? Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. Wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen. Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Messias bekenne, aus der Synagoge auszustoßen. Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn selbst. Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehen kann. Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden? Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Mose. Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt. Der Mann antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet. Wir wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er. Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat. Wenn dieser Mensch nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder. Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden. Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind? Jesus antwortete ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde (Joh 9,1-41).

Gebet

Herr Jesus Christus, du siehst unser ganzes Leben. Du kennst uns durch und durch. Du kennst auch die Blindheit unserer Herzen, die nicht fähig sind, sich ganz und gar auf dich zu verlassen und alles von dir zu erhoffen. Öffne unsere Augen für deine heilende und befreiende Gegenwart! Mach uns wieder sehend! Sende uns deinen Geist der Einsicht und der Erkenntnis, damit wir dich tiefer kennen lernen, inniger lieben und dir eifriger Nachfolgen. Heiliger Geist schaffe uns neu und öffne unsere Herzen für dein mächtiges Wirken.

Persönliche Lektüre

Lieber Jesus, ich danke dir, dass du heute Zeit für mich hast, dass ich in deiner Nähe ausruhen kann. Du kennst die Verstocktheit und Gleichgültigkeit meines Herzens. Durchglühe mich mit deinem Heiligen Geist, dass ich zu neuem Leben erwache. Heiliger Geist, verbrenne in mir jede schlechte Gewohnheit und schaffe mich neu. Herr, zieh mich an dich!

Gedanken zur Betrachtung

  1. Unsere Blindheit

Die Meisten von uns können gut sehen. Die Anderen helfen sich mit der Brille. Es gibt aber Menschen, die von Geburt an blind sind (wie der Blindgeborene) oder erblindet sind. Sie können die Welt mit ihrer Schönheit und Farbenpracht nicht sehen. Sie brauchen Hilfe und sind oft auf die anderen angewiesen. Es gibt aber auch eine andere Blindheit, nämlich die geistige Blindheit, die uns hindert Gott und seine Wunder wahrzunehmen. Bei gesunden Augen können wir ganz schön blind sein (wie die Pharisäer). Sie waren in ihrem Denken so festgefahren, dass sie den kommenden Retter und Arzt Jesus nicht anerkennen wollten. Sie wussten es besser. Ihre Vorstellungen von Gott haben sie für seine Gegenwart blind gemacht.

Wo bin ich heute blind? Wo nehme ich das Wirken Gottes nicht wahr? Wo sehe ich den strafenden Gott? Wo bin ich blind für die Kraft der Sakramente? Bin ich offen für die Art und Weise, wie Gott täglich neu auf mich zukommt?

  1. Mich heilen lassen

Der blindgeborene Mann lässt sich helfen, selbst wenn die Art, wie Jesus ihn heilt, scheint, seine Blindheit noch zu verstärken (Schlamm auf seinen Augen). Er gehorcht, geht zum Teich Schiloach, kommt zurück und kann sehen. Er hat die heilende Berührung Jesu erfahren, darum kann er ihn als Propheten bezeichnen. Nicht die theologischen Prinzipien, sondern die Erfahrung der Barmherzigkeit macht ihn sehend: seine körperlichen und geistigen Augen öffnen sich mehr und mehr. Die Pharisäer dagegen haben diese Chance auf Heilung verpasst. Sie wollten eben nicht zugeben, dass ihre geistigen Augen auch der Blindheit verfallen sind. Wann habe ich letztes Mal die heilende Berührung Jesu erfahren? Wo brauche ich heute seine Heilung? Bin ich bereit sie anzunehmen? Bitte ich darum? Rufe ich den Heiligen Geist an, um Gottes Wort besser zu verstehen und in das Herz Jesu hineinzublicken?

  1. Jesus sehen

Der geheilte Blinde ist offen. Er will nicht nur körperlich gesund bleiben, sondern auch glauben. Er bekennt: Ich glaube, Herr! Die persönliche Erfahrung Jesu bahnte ihm den Weg zum Glauben. Er kann ihn nun sehen, dass heisst sein Geheimnis erkennen, bekennen, dass Jesus der versprochen Messias, der Sohn Gottes ist. Mehr noch, er beginnt nun ein neues Leben. Er muss arbeiten, um das tägliche Brot zu verdienen. Das ist aber kein Problem für jemanden, der Jesus gesehen hat, der Jesus kennt. Er tut es aus Liebe zu ihm. Die Pharisäer sehen Jesus mit ihren Augen, aber nicht mit ihrem Herzen. Für sie ist er ein Sünder, der die Sabbatruhe nicht einhält. Selbst im Gespräch mit ihm lassen sie sich nicht überzeugen. Wie arm sind die sehenden Blinden unserer Zeit!

Wer ist Jesus für mich? Ist er mein Herr, mein Retter, mein alles? Wie sieht mein Alltag mit ihn aus? Was tue ich, um im Glauben zu wachsen, um ihn immer wieder zu erneuern? Kann ich alle Ereignisse in meinem Leben und in der Welt mit den Augen des Glaubens, mit den Augen Jesu sehen?

Lobpreis

Öffne mir die Augen, ich will Jesus sehen,
mich ausstrecken zu ihm und sagen: „Ich lieb dich!”
Öffne mir die Ohren, und hilf mir zu hören.
Öffne das Herz mir, ich will dir gehören!

Vorsatz

Ich bekenne dem Herrn reuevoll meine Blindheit und bitte ihn um neue Augen des Herzens.

 

 

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Betrachtung zum 3. Fastensonntag A

2020/03/13 weniger...

Gebe ich Jesus zu trinken?

In jener Zeit kam Jesus zu einem Ort in Samarien, der Sychar hieß und nahe bei dem Grundstück lag, das Jakob seinem Sohn Josef vermacht hatte. Dort befand sich der Jakobsbrunnen. Jesus war müde von der Reise und setzte sich daher an den Brunnen; es war um die sechste Stunde. Da kam eine samaritische Frau, um Wasser zu schöpfen. Jesus sagte zu ihr: Gib mir zu trinken! Seine Jünger waren nämlich in den Ort gegangen, um etwas zum Essen zu kaufen. Die samaritische Frau sagte zu ihm: Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten? Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern. Jesus antwortete ihr: Wenn du wüsstest, worin die Gabe Gottes besteht und wer es ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, dann hättest du ihn gebeten, und er hätte dir lebendiges Wasser gegeben. Sie sagte zu ihm: Herr, du hast kein Schöpfgefäß, und der Brunnen ist tief; woher hast du also das lebendige Wasser? Bist du etwa größer als unser Vater Jakob, der uns den Brunnen gegeben und selbst daraus getrunken hat, wie seine Söhne und seine Herden? Jesus antwortete ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quellewerden, deren Wasser ewiges Leben schenkt. Da sagte die Frau zu ihm: Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen. Er sagte zu ihr: Geh, ruf deinen Mann, und komm wieder her! Die Frau antwortete: Ich habe keinen Mann. Jesus sagte zu ihr: Du hast richtig gesagt: Ich habe keinen Mann. Denn fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann. Damit hast du die Wahrheit gesagt. Die Frau sagte zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten muss. Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an, was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist, und alle, die ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten. Die Frau sagte zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, das ist: der Gesalbte – Christus. Wenn er kommt, wird er uns alles verkünden. Da sagte Jesus zu ihr: Ich bin es, ich, der mit dir spricht. Inzwischen waren seine Jünger zurückgekommen. Sie wunderten sich, dass er mit einer Frau sprach, aber keiner sagte: Was willst du?, oder: Was redest du mit ihr? Da ließ die Frau ihren Wasserkrug stehen, eilte in den Ort und sagte zu den Leuten: Kommt her, seht, da ist ein Mann, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe: Ist er vielleicht der Messias? Da liefen sie hinaus aus dem Ort und gingen zu Jesus.Währenddessen drängten ihn seine Jünger: Rabbi, iss! Er aber sagte zu ihnen: Ich lebe von einer Speise, die ihr nicht kennt. Da sagten die Jünger zueinander: Hat ihm jemand etwas zu essen gebracht? Jesus sprach zu ihnen: Meine Speise ist es, den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, und sein Werk zu Ende zu führen. Sagt ihr nicht: Noch vier Monate dauert es bis zur Ernte? Ich aber sage euch: Blickt umher und seht, dass die Felder weiß sind, reif zur Ernte. Schon empfängt der Schnitter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben, so dass sich der Sämann und der Schnitter gemeinsam freuen. Denn hier hat das Sprichwort recht: Einer sät, und ein anderer erntet. Ich habe euch gesandt, zu ernten, wofür ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und ihr erntet die Frucht ihrer Arbeit. Viele Samariter aus jenem Ort kamen zum Glauben an Jesus auf das Wort der Frau hin, die bezeugt hatte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe. Als die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb dort zwei Tage. Und noch viel mehr Leute kamen zum Glauben an ihn aufgrund seiner eigenen Worte. Und zu der Frau sagten sie: Nicht mehr aufgrund deiner Aussage glauben wir, sondern weil wir ihn selbst gehört haben und nun wissen: Er ist wirklich der Retter der Welt (Joh 4,4-42).

Gebet

Herr Jesus Christus, du bist überall dort, wo wir uns vor den Mitmenschen verstecken wollen. Du verlangst danach, uns zu uns selbst zu führen und uns befreien zu dürfen. Dich dürstet nach unserem Heil. Sei gepriesen in deiner unendlichen Liebe und Sorge, die wir in jedem Augenblick unseres Lebens erfahren dürfen. Sei gepriesen für deine zärtliche Nähe und Geduld. Schenke uns deinen Heiligen Geist, dass wir dich in unserem Alltag nicht verpassen und dir viel Zeit schenken. Auch wir dürsten nach dir, nach deinem Heiligen Geist, der alles neu schafft und lebendig macht. Komm auf uns herab, Heiliger Geist. Giesse dein lebendiges Wasser über uns aus, damit wir zu sprudelnden Quellen werden.

Persönliche Lektüre

Herr Jesus Christus, dir will ich begegnen. Dich will ich hören. Nimm alle Angst aus meinem Herzen weg und lass mich dir im Geist und in der Wahrheit begegnen. Du bist die Quelle des lebendigen Wassers. Gib mir zu trinken. Heile mich an Leib und Seele. Ich will ganz dein sein.

Gedanken zur Betrachtung

  1. Gib mir zu trinken!

Die Frau aus Samarien geht um die Mittagszeit zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen? Warum? Sie schämt sich ihres Lebens. Sie will niemandem begegnen. Sie will keine schwierigen Fragen hören, sie will sich nicht rechtfertigen müssen, sie will sich die spöttischen Bemerkungen der anderen Frauen ersparen. Sie wird aber von Jesus überrascht. Er wartet auf sie. Er kommt als Bettler auf sie zu und bittet sie um einen Schluck Wasser.  Er begegnet ihr ohne Vorurteile. Sie ist für ihn kein Feind. Er schenkt ihr ihre Würde zurück. Sie darf etwas für ihn tun. Jesus hilft ihr, ihren wahren Durst nach der Liebe wahrzunehmen. Er weckt in ihr das Verlangen nach dem lebendigen Wasser, nach dem Heiligen Geist, nach Gott, der die Menschen rettet.

Wie sieht mein Leben aus? Was will ich vor den Menschen verstecken? Habe ich Angst vor den Mitmenschen? Warum? Welcher Dinge schäme ich mich in meinem Leben? Kann ich den Mitmenschen ohne Vorurteile begegnen? Gehe ich auf die Menschen zu, die in leiblicher und seelischer Not sind? Wonach sehne ich mich in der Tiefe meines Herzens? Lasse ich mich von Jesus ansprechen? Was würde ich heute für ihn tun? Lasse ich mich mit seiner Liebe beschenken?

  1. Herr, gib mir dieses Wasser!

Die Samariterin will ihr Wasser-Problem lösen. Sie will aber weiterhin mit ihrem Leben versteckt bleiben. Mit einem lebendigen Wasser hätte sie keinen Durst mehr und müsste sie sich nicht mehr den Leuten zeigen. Das wäre aber keine Lösung für ihre Probleme, für ihren Durst nach echter Liebe. Schlußendlich hatte sie schon fünf Mal (fünf Männer) diese Liebe ausprobiert. Auch die sechste Probe scheint verfehlt zu sein (Konkubinat). Jesus will sie aber befreien und ihren Durst nach Liebe mit seinem Geist stillen. Er fordert sie auf, ihren Mann zu rufen und zurückzukehren. Die Frau gibt die Wahrheit ihres Lebens zu und Jesus bestätigt sie. Nun kann das lebendige Wasser des Geistes in ihr Leben hineinfliessen und sie reinigen.

Sehne ich mich nach echter Liebe? Wo suche ich sie? Mit welchen Problemen habe ich gerade in meinem Leben zu tun? Wie versuche ich, sie zu lösen? Kann ich sie Jesus anvertrauen? Glaube ich daran, dass er immer die beste Lösung für sie hat? Lasse ich mir die Wahrheit sagen? Kann ich sie annehmen? Habe ich schon erfahren, dass nur die Wahrheit mich befreien kann? Wann?

  1. Gebe ich Jesus zu trinken?

Die Samariterin erkennt Jesus als einen Propheten. Sie versucht aber noch, sich hinter ihren religiösen Erwartungen und Überzeugungen zu verstecken. Als sie aber erfuhr, dass er der verheißene Messias, Christus, vor ihr stand, ließ sie ihren Wasserkrug (ihre Vergangenheit) stehen und eilte nach Hause. Mehr noch, sie hat allen verkündet, was sie selbst erfahren hat. Sie hat auch die Leute aufgefordert, selber zu Jeus zu gehen, um sich von ihm überzeugen zu lassen. Jene, die es gewagt haben, fanden (sie) zum Glauben an Jesus. So gaben sie ihm zu trinken: Sie stillten seinen Durst nach dem Heil der Menschen, indem sie sich dafür geöffnet haben.

Wer ist Jesus für mich? Ist er für mich Christus, der Sohn Gottes, mein Retter? Kann ich Jesus einfach vertrauen, mich auf ihn  verlassen? Fühle ich mich von ihm verstanden und angenommen, wie ich bin? Kann ich mich für Jesus von meiner Vergangenheit trennen? Wovon hat mich Jesus schon befreit? Kann ich davon Zeugnis geben? Will ich, dass alle Menschen geheilt werden? Wen bringe  ich dazu? Lege ich Zeugnis vor Jesus ab? Wen habe ich in der letzten Zeit zu Jesus gebracht? Hat mir das Freude gemacht?

Lobpreis

O Herr, gieße Ströme des lebendigen Wassers aus, o Herr, über uns.
O Herr, gieße neu die Kraft des heiligen Geistes aus, 
o Herr, über uns.
Sieh’ unser dürres Land, hör’ unser Schrei’n. 

Nur Deine starke Hand kann uns befrei’n.

Lass Wasser fließen, Herr, von Deinem Thron,

gieß aus in unser Land den Lebensstrom.

O Herr, gieße Ströme des lebendigen Wassers aus, o Herr, über uns.
O Herr, gieße neu die Kraft des heiligen Geistes aus, 
o Herr, über uns.

Vorsatz:

Ich nehme mir Zeit, um Jesus alle meine Probleme anzuvertrauen.

 

 

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"Die Erscheinung unserer Mutter auf dem Berg von La Salette ist keine neue Lehre, sondern eine neue Gnade. Sie ist die Offenbarung der Liebe und des Mitleids, die es für uns im Himmel gibt." So drückte sich 1854 Mgr. Ullathorne, Bischof von Birmingham in England, aus. Er stellte damit die untergeordnete Rolle jeder Erscheinung und ihre Bedeutung in der Geschichte unseres Heils fest.

LA SALETTE IST KEINE NEUE LEHRE.
ES IST EIN NEUER SCHWUNG, HIN ZU DEN GRUNDLAGEN DES GLAUBENS, EINE BEGEGNUNG, DIE NICHT VERPASST WERDEN DARF, EINE GNADE, AUF DIE DRINGEND EINGEGANGEN WERDEN


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