{"id":6869,"date":"2026-08-06T11:40:06","date_gmt":"2026-08-06T09:40:06","guid":{"rendered":"https:\/\/salettiner.ch\/?p=6869"},"modified":"2026-09-24T20:48:34","modified_gmt":"2026-09-24T18:48:34","slug":"abschied-von-p-eduard-mader-ms","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salettiner.ch\/?p=6869","title":{"rendered":"Abschied von P. Eduard M\u00e4der MS"},"content":{"rendered":"<p>P. Eduard M\u00e4der MS ist am 4. August 2026 im Alter von 97 Jahren heimgegangen. Der Herr \u00fcber Leben und Tod schenke ihm die ewige Freude in seinem himmlischen Reich.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6882 size-medium\" src=\"https:\/\/salettiner.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/P.-Eduard-Mader-1-243x300.jpg\" alt=\"\" width=\"243\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/salettiner.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/P.-Eduard-Mader-1-243x300.jpg 243w, https:\/\/salettiner.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/P.-Eduard-Mader-1.jpg 639w\" sizes=\"auto, (max-width: 243px) 100vw, 243px\" \/><\/p>\n<p>Hiermit die Ansprache bei seiner Beerdigung, die am 11. August 2026 um 1030 Uhr in der Kirche M\u00f6rschwil stattgefunden hat:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong><em>Wachsen lassen\u2026<\/em><\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><em><strong>Unsere Heimat<\/strong><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Rilke schrieb einmal:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>und keine Heimat haben in der Zeit. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Und das sind W\u00fcnsche: leise Dialoge <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>t\u00e4glicher Stunden mit der Ewigkeit. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und der Hl. Paulus hielt fest:<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Unsere Heimat ist im Himmel. <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Diese Sehnsucht nach der ewigen Heimat bewegte Edi, sein Leben als Ordensmann und Priester Gott zu schenken. Diese Sehnsucht nach Mehr und Mehr bewegte ihn, sich in den Dienst an den Mitmenschen zu stellen und mit ihnen das Leben zu teilen. Wohl im Wissen, dass wir hier keine Heimat haben, dass wir w\u00fcnschen, sie schon heute zu verkosten, f\u00fcr sie zu leben Stunde f\u00fcr Stunde. Ich bewunderte diese leisen Dialoge t\u00e4glicher Stunden mit der Ewigkeit, die P. Edi f\u00fchrte. Schon beim Fr\u00fchst\u00fcck sprach er oft \u00fcber ein Fest, \u00fcber einen Heiligen, der an diesem Tag zu feiern war oder von einem Evangelium, das ihn angesprochen hat. Etwa eine Woche vor seinem Tod, bat er mich, ihm das liturgische Buch mit den Tageslesungen aufzuschlagen, damit er auf dem Laufenden bleiben durfte, damit diese Sehnsucht nach dem kommenden Br\u00e4utigam \u2013 wie es heute im Evangelium heisst &#8211; lebendig blieb. Nun hat er seine Heimat gefunden: die Herrlichkeit Gottes, die ewige Vollendung jeder menschlichen Sehnsucht.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong><em>Klug sein<\/em><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Edi wusste, dass dieser Weg in die Ewigkeit nur dann gelingen kann, wenn man klug ist wie die f\u00fcnf Jungfrauen aus dem Evangelium. Gott beschenkte ihn reichlich mit seinen Gaben und mit einem aussergew\u00f6hnlichen Ged\u00e4chtnis. Er erwarb nicht nur seine Titel in der Theologie und Philologie. Er war auch sein Leben lang an Menschen und Gott interessiert. Er las viel und wusste auch viel. Er wusste vor allem, dass die Lampen des Lebens nur dann brennen k\u00f6nnen, wenn man auch gen\u00fcgend \u00d6l dabeihat. Seine gr\u00f6sste Entdeckung, seine Klugheit lag darin, dass er eine Botschaft fand, das seinem Leben Sinn und Ziel gab. Er war f\u00fcr ihn \u2013 so schrieb er &#8211; <em>die Botschaft von Gott, der alle Menschen liebt, der der Vater aller ist und der das Wohl und das Heil aller will, ohne Ausnahme von Geschlecht und Klasse, Alter und Hautfarbe. Die Botschaft von Gott der Liebe, der keinen ausschliesst von seiner Liebe und seinem Erbarmen und der von uns erwartet, dass auch wir keinen ausschlissen von unserer Zuwendung und Gemeinschaft. Die Botschaft von Gott, der alles zum Dasein geschaffen hat und es erhalten, gepflegt und besch\u00fctzt haben will. <\/em>Dieser Botschaft hat er geglaubt, diese Botschaft wollte er an seine Mitmenschen weitergeben. Wir alle wissen aus eigener Erfahrung, wie weit ihm das gelungen ist.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong><em>Lampen brennen lassen<\/em><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die brennenden Lampen in der Hand bedeuten die Liebe, mit der wir Menschen auf die selbstlose Liebe Gottes antworten. Hier kann eben niemand den anderen ersetzen oder vertreten. Die Liebe l\u00e4sst sich nicht kaufen oder verkaufen. Meistens \u2013 meinte P. Edi &#8211; sind es aber nicht grosse Werke, die wir vollbringen, sondern eher kleine Dinge, die den anderen das Leben erleichtern, die von der Liebe zeugen. So wurde P. Edi f\u00fcr viele nicht nur ein Lehrer und Rektor, sondern vor allem ein Begleiter und Freund. Er war ein strenger aber auch ein menschenfreundlicher Lehrer, der mit seinen Sch\u00fclern gerne zusammen war bis ins hohe Alter. Er war ein selbstkritischer Pfarrer, der gerne mit ihm anvertrauten Gl\u00e4ubigen unterwegs war. Es war auch sch\u00f6n, P. Edi besonders in den letzten Wochen beizustehen und ihn zu pflegen. Er liess sich gerne helfen und bedankte sich immer selbst f\u00fcr die kleinsten Dinge. Die Liebe sollten wir eben nicht nur geben. Wir m\u00fcssen\/d\u00fcrfen auch lernen, die Liebe zu empfangen. Auch dann brennen unsere Lampen mit der Flamme der Liebe.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong><em>Den anderen werden lassen in der Gemeinschaft\u2026<\/em><\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"font-weight: 400;\">So kann man geduldig auf den Br\u00e4utigam warten, der uns in den Hochzeitssaal f\u00fchren will, um mit uns f\u00fcr die ganze Ewigkeit zu feiern. Er nimmt aber nur die mit, die bereit sind, die sich freiwillig entfaltet haben, die etwas Grosses, Wertvolles aus ihrem Leben gemacht haben, die Verantwortung f\u00fcr ihr Leben \u00fcbernommen haben. \u00a0Gerade das war ein grosses Anliegen von P. Edi, den anderen werden lassen, ihn gross werden lassen in einer Gemeinschaft. Er wusste, dass dies nur dann gelingen kann, wenn man dem anderen Vertrauen und Glauben schenkt, wen man ihn als Menschen wertsch\u00e4tzt und eine Beziehung mit ihm eingeht, die nicht von Rollen und Erwartungen gepr\u00e4gt ist, sondern dem anderen Entfaltung und Reifen erm\u00f6glicht. Dies ist nur m\u00f6glich, wenn man seine Freiheit gebrauchen kann und will. Erst dann, kann jemand zu einer Pers\u00f6nlichkeit werden, zu der auch Gott ihn berufen hat. Dazu brauchen wir auch einander, meinte P. Edi. <em>\u201eNur in gemeinsamer Anstrengung, in gemeinsamem Suchen, im gemeinsamen H\u00f6ren aufeinander und auf das Wort Gottes werden wir Antwort finden auf die Fragen und L\u00f6sungen f\u00fcr die Probleme, die den Menschen und die die ganze Menschheit bedr\u00e4ngen\u2026. In der Gemeinschaft mit den anderen sollten wir den Willen Gottes erkennen und die Werke tun, die gottgef\u00e4llig sind\u2026 Wir alle sind die Kirche.\u201c <\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gott liess P. Edi gross werden und holte ihn in die ewige Heimat. Heute legen wir sein Leben in die H\u00e4nde Gottes, des Vaters zur\u00fcck. Er, unser Sch\u00f6pfer m\u00f6ge alles in seinem Leben vollenden und erf\u00fcllen, was unvollendet und unerf\u00fcllt geblieben ist. Gott schenke ihm den ewigen Frieden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Zum Schluss m\u00f6chte ich ein Gedicht vorlesen, das ich unter den Predigten von P. Edi gefunden haben mit dem Titel: Das ist mein Trost.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Gott ist gut zu mir.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Er war manchmal<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>in meinem Leben sp\u00fcrbar gegenw\u00e4rtig.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Er lehrte mich,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>wie ich mich f\u00fcr die andere geben muss,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>ohne zu fragen, was dabei herauskommt,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>und auch wenn keiner danke sagt.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Er zeigte mir,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>wie er die Sonne scheinen l\u00e4sst,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>auch wenn die Menschen<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>sich im Schatten verkriechen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Er liess mich die B\u00e4ume sehen,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>die ihre Fr\u00fcchte einfach so geben,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>ohne zu fragen, wer sie isst.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Er verwies mich<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>an das Weizenkorn in der Mutter Erde,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>das sterben muss,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>ohne je die \u00c4hre zu sehen.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Ich f\u00fchle, dass Gott mich liebt<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>heute und alle Tage meines Lebens.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Er liebt mich, wenn ich lebe.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Er liebt mich noch mehr, wenn ich sterbe,<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>weil er mich dann endg\u00fcltig<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>in seine Arme schliesst.<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>Das ist mein Trost<\/em><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><em>mir kann nichts passieren.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6870 size-full\" src=\"https:\/\/salettiner.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Todesanzeige-P.-Eduard-Mader-MS_Mitbruder.jpg\" alt=\"\" width=\"595\" height=\"842\" srcset=\"https:\/\/salettiner.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Todesanzeige-P.-Eduard-Mader-MS_Mitbruder.jpg 595w, https:\/\/salettiner.ch\/wp-content\/uploads\/2026\/08\/Todesanzeige-P.-Eduard-Mader-MS_Mitbruder-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 595px) 100vw, 595px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>P. Eduard M\u00e4der MS ist am 4. August 2026 im Alter von 97 Jahren heimgegangen. Der Herr \u00fcber Leben und Tod schenke ihm die ewige Freude in seinem himmlischen Reich. Hiermit die Ansprache bei seiner Beerdigung, die am 11. August 2026 um 1030 Uhr in der Kirche M\u00f6rschwil stattgefunden hat: Wachsen lassen\u2026 Unsere Heimat Rilke [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":6882,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_total_topic_count_hidden":0,"_bbp_total_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"_monsterinsights_skip_tracking":false,"footnotes":""},"categories":[15],"tags":[],"class_list":["post-6869","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-ruckblick"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/salettiner.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6869","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/salettiner.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/salettiner.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salettiner.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salettiner.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=6869"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/salettiner.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6869\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6883,"href":"https:\/\/salettiner.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/6869\/revisions\/6883"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/salettiner.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6882"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/salettiner.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=6869"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/salettiner.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=6869"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/salettiner.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=6869"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}