{"id":4289,"date":"2020-03-20T21:45:40","date_gmt":"2020-03-20T20:45:40","guid":{"rendered":"https:\/\/salettiner.ch\/?p=4289"},"modified":"2020-03-20T21:45:40","modified_gmt":"2020-03-20T20:45:40","slug":"betrachtung-zum-4-fastensonntag-a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/salettiner.ch\/?p=4289","title":{"rendered":"Betrachtung zum 4. Fastensonntag A"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>Neue Augen des Glaubens<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine J\u00fcnger: Rabbi, wer hat ges\u00fcndigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern ges\u00fcndigt, so dass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben ges\u00fcndigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden. Wir m\u00fcssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt. Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach hei\u00dft \u00fcbersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zur\u00fcckkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und andere, die ihn fr\u00fcher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasa\u00df und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur \u00e4hnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen ge\u00f6ffnet worden? Er antwortete: Der Mann, der Jesus hei\u00dft, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach, und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte wieder sehen. Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich wei\u00df es nicht. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharis\u00e4ern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen ge\u00f6ffnet hatte. Auch die Pharis\u00e4er fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen. Einige der Pharis\u00e4er meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht h\u00e4lt. Andere aber sagten: Wie kann ein S\u00fcnder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst \u00fcber ihn? Er hat doch deine Augen ge\u00f6ffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet. Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des Geheilten und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr behauptet, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann? Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. Wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen ge\u00f6ffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann selbst f\u00fcr sich sprechen. Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden f\u00fcrchteten; denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Messias bekenne, aus der Synagoge auszusto\u00dfen. Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn selbst. Da riefen die Pharis\u00e4er den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein S\u00fcnder ist. Er antwortete: Ob er ein S\u00fcnder ist, wei\u00df ich nicht. Nur das eine wei\u00df ich, dass ich blind war und jetzt sehen kann. Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen ge\u00f6ffnet? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht geh\u00f6rt. Warum wollt ihr es noch einmal h\u00f6ren? Wollt auch ihr seine J\u00fcnger werden? Da beschimpften sie ihn: Du bist ein J\u00fcnger dieses Menschen; wir aber sind J\u00fcnger des Mose. Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt. Der Mann antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen ge\u00f6ffnet. Wir wissen, dass Gott einen S\u00fcnder nicht erh\u00f6rt; wer aber Gott f\u00fcrchtet und seinen Willen tut, den erh\u00f6rt er. Noch nie hat man geh\u00f6rt, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen ge\u00f6ffnet hat. Wenn dieser Mensch nicht von Gott w\u00e4re, dann h\u00e4tte er gewiss nichts ausrichten k\u00f6nnen. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in S\u00fcnden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stie\u00dfen ihn hinaus. Jesus h\u00f6rte, dass sie ihn hinausgesto\u00dfen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder. Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden. Einige Pharis\u00e4er, die bei ihm waren, h\u00f6rten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind? Jesus antwortete ihnen: Wenn ihr blind w\u00e4rt, h\u00e4ttet ihr keine S\u00fcnde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure S\u00fcnde <\/em>(Joh 9,1-41).<\/p>\n<p><strong>Gebet<\/strong><\/p>\n<p>Herr Jesus Christus, du siehst unser ganzes Leben. Du kennst uns durch und durch. Du kennst auch die Blindheit unserer Herzen, die nicht f\u00e4hig sind, sich ganz und gar auf dich zu verlassen und alles von dir zu erhoffen. \u00d6ffne unsere Augen f\u00fcr deine heilende und befreiende Gegenwart! Mach uns wieder sehend! Sende uns deinen Geist der Einsicht und der Erkenntnis, damit wir dich tiefer kennen lernen, inniger lieben und dir eifriger Nachfolgen. Heiliger Geist schaffe uns neu und \u00f6ffne unsere Herzen f\u00fcr dein m\u00e4chtiges Wirken.<\/p>\n<p><strong>Pers\u00f6nliche Lekt\u00fcre<\/strong><\/p>\n<p>Lieber Jesus, ich danke dir, dass du heute Zeit f\u00fcr mich hast, dass ich in deiner N\u00e4he ausruhen kann. Du kennst die Verstocktheit und Gleichg\u00fcltigkeit meines Herzens. Durchgl\u00fche mich mit deinem Heiligen Geist, dass ich zu neuem Leben erwache. Heiliger Geist, verbrenne in mir jede schlechte Gewohnheit und schaffe mich neu. Herr, zieh mich an dich!<\/p>\n<p><strong>Gedanken zur Betrachtung<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li><em><u>Unsere Blindheit<\/u><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Meisten von uns k\u00f6nnen gut sehen. Die Anderen helfen sich mit der Brille. Es gibt aber Menschen, die von Geburt an blind sind (wie der Blindgeborene) oder erblindet sind. Sie k\u00f6nnen die Welt mit ihrer Sch\u00f6nheit und Farbenpracht nicht sehen. Sie brauchen Hilfe und sind oft auf die anderen angewiesen. Es gibt aber auch eine andere Blindheit, n\u00e4mlich die geistige Blindheit, die uns hindert Gott und seine Wunder wahrzunehmen. Bei gesunden Augen k\u00f6nnen wir ganz sch\u00f6n blind sein (wie die Pharis\u00e4er). Sie waren in ihrem Denken so festgefahren, dass sie den kommenden Retter und Arzt Jesus nicht anerkennen wollten. Sie wussten es besser. Ihre Vorstellungen von Gott haben sie f\u00fcr seine Gegenwart blind gemacht.<\/p>\n<p>Wo bin ich heute blind? Wo nehme ich das Wirken Gottes nicht wahr? Wo sehe ich den strafenden Gott? Wo bin ich blind f\u00fcr die Kraft der Sakramente? Bin ich offen f\u00fcr die Art und Weise, wie Gott t\u00e4glich neu auf mich zukommt?<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><em><u>Mich heilen lassen<\/u><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Der blindgeborene Mann l\u00e4sst sich helfen, selbst wenn die Art, wie Jesus ihn heilt, scheint, seine Blindheit noch zu verst\u00e4rken (Schlamm auf seinen Augen). Er gehorcht, geht zum Teich Schiloach, kommt zur\u00fcck und kann sehen. Er hat die heilende Ber\u00fchrung Jesu erfahren, darum kann er ihn als Propheten bezeichnen. Nicht die theologischen Prinzipien, sondern die Erfahrung der Barmherzigkeit macht ihn sehend: seine k\u00f6rperlichen und geistigen Augen \u00f6ffnen sich mehr und mehr. Die Pharis\u00e4er dagegen haben diese Chance auf Heilung verpasst. Sie wollten eben nicht zugeben, dass ihre geistigen Augen auch der Blindheit verfallen sind. Wann habe ich letztes Mal die heilende Ber\u00fchrung Jesu erfahren? Wo brauche ich heute seine Heilung? Bin ich bereit sie anzunehmen? Bitte ich darum? Rufe ich den Heiligen Geist an, um Gottes Wort besser zu verstehen und in das Herz Jesu hineinzublicken?<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><em><u>Jesus sehen<\/u><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Der geheilte Blinde\u00a0ist offen. Er will nicht nur k\u00f6rperlich gesund bleiben, sondern auch glauben. Er bekennt: <em>Ich glaube, Herr!<\/em> Die pers\u00f6nliche Erfahrung Jesu bahnte ihm den Weg zum Glauben. Er kann ihn nun sehen, dass heisst sein Geheimnis erkennen, bekennen, dass Jesus der versprochen Messias, der Sohn Gottes ist. Mehr noch, er beginnt nun ein neues Leben. Er muss arbeiten, um das t\u00e4gliche Brot zu verdienen. Das ist aber kein Problem f\u00fcr jemanden, der Jesus gesehen hat, der Jesus kennt. Er tut es aus Liebe zu ihm. Die Pharis\u00e4er sehen Jesus mit ihren Augen, aber nicht mit ihrem Herzen. F\u00fcr sie ist er ein S\u00fcnder, der die Sabbatruhe nicht einh\u00e4lt. Selbst im Gespr\u00e4ch mit ihm lassen sie sich nicht \u00fcberzeugen. Wie arm sind die sehenden Blinden unserer Zeit!<\/p>\n<p>Wer ist Jesus f\u00fcr mich? Ist er mein Herr, mein Retter, mein alles? Wie sieht mein Alltag mit ihn aus? Was tue ich, um im Glauben zu wachsen, um ihn immer wieder zu erneuern? Kann ich alle Ereignisse in meinem Leben und in der Welt mit den Augen des Glaubens, mit den Augen Jesu sehen?<\/p>\n<p><strong>Lobpreis<\/strong><\/p>\n<p><em>\u00d6ffne mir die Augen, ich will Jesus sehen,<\/em><em><br \/>\nmich ausstrecken zu ihm und sagen: &#8222;Ich lieb dich!&#8221;<br \/>\n\u00d6ffne mir die Ohren, und hilf mir zu h\u00f6ren.<br \/>\n\u00d6ffne das Herz mir, ich will dir geh\u00f6ren!<\/em><\/p>\n<p><strong>Vorsatz<\/strong><\/p>\n<p>Ich bekenne dem Herrn reuevoll meine Blindheit und bitte ihn um neue Augen des Herzens.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Augen des Glaubens In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine J\u00fcnger: Rabbi, wer hat ges\u00fcndigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern ges\u00fcndigt, so dass er blind geboren wurde? 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